Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
527
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Der Städtekrieg. 527

gegen den äußeren Feind ſolidariſch fühlten, während der Markıraf ſich aus den ihm überkommenen patriarchaliſchen Zuſtärden noch nicht herausfand, ſogar ſich in dem alten Ver­hältniſe zu ſeinen Getreuen und Mannen wohlfühlte.

Wch umſchwebte den Namen des Pfalzgrafen nicht der Glanz ſeiner Erfolge, nur die Macht, die er vertrat, gab ihm Bedeutung. Als er am 17. September Nürnberg und die Markgrafen zu einem gütlichen Tage nach Bretten einlud.)

Nahdem ſich Nürnberg der Zuſtimmung ſeiner Bündner vergewiſſert hatte,) ſagte der Rat am 29. September den Beſuch des Tages zu.)

Biſchof Peter von Augsburg, den Papſt und Kaiſer mit der Frietensvermittlung beauftragt hatten, verzichtete, um den Erfolg des Brettener Tages nicht in Frage zu ſtellen, auf eine Ladung der Parteien; ja, er verſprach ſogar perſönlich den Tag beſuchen zu wollen.) Markgraf Albrecht aber ſchrieb dem Pfalzgrafen den Tag ab, da ihm der Verhandlungsort für ein berſönliches Erſcheinen zu entfernt dünkte.)

Der Pfalzgraf ſandte darauf dem Deutſchmeiſter Jobſt von Venningen und ſeinem Marſchall Ulrich von Roſenberg nach Nürnberg, um den Rat zum Beſuche eines neuen Tages zu beſtimmen. Der Pfalzgraf beabſichtigte, um Reibungen unter den Parteien zu verhindern, die Fürſten am 16. Novem­ber nach Oehringen, die Städteboten nach Heilbronn zu laden, während er ſelbſt ſich in Neuſtadt aufhalten wollte.

Auch dieſer Tag kam nicht zuſtande, da ſowohl Albrecht wie die ſchwäbiſchen Städte ihre Einwilligung zu ſpät dem

) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 194195. 2) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 177.

) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 196197.

) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 198.199. Witte, Reg. III, 7082.

9 Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 202204.