530 Der Städtekrieg.
daß man aber kecken, geſtrengen, ernſtlichen Mut und allen Fleiß vornehmen müſſe, um ſolchen Frevel und Mutwillen mit Hilfe des allmächtigen Gottes zu{trafen und zu rächen.“
Schlimm war es im Oktober auch Rothenburg, das„zu Ring“ von Feinden umlagert war, ergangen. Täglich ſahen die Bürger die Gegner vor ihre Mauern rennen, ihre Habe wegſchleppen, ihr Land verbrennen, und„ſohen und ſündern“.:) Um die Bürger von ihrem Schrecken zu befreien und ſie wieder„in Wehr zu ſetzen“ beſchloß der Rothenburger Rat einen großen Raubzug; er forderte die ſtädtiſchen Hauptleute auf, der Stadt zu dieſem Zuge nicht nur ihre eigenen Truppen zurückzuſchicken, ſondern mit ihnen eine„merkliche Zahl“ Reiſige zu ſenden; ſie hofften, den Städten„Ehre und Wehre zu erholen“.)|
Am 27. Oktober zogen aus Rothenburg 100 Trabanten aus, um in Herrenzimmern Schafe zu rauben; die Schafe waren aber bereits von dort fortgetrieben;„in Uneinigkeit trennte ſich ein Haufen von 20 Mann von den übrigen ab. Bei Hallſtadt traf der Haupttrupp auf markgräfliche Reiter; vier Rothenburger wurden erſchlagen, der Schmied von Oberſtetten erhängt, 44 Trabanten gefangen nach Crailsheim gebracht.
Noch ſchlimmer erging es der kleineren Abteilung der Rothenburger, die bei Heiligenbronn auf den Feind ſtieß. Sie verbarrikadierten ſich in der Kirche und ſchlugen einen Angrif ab. Die Markgräflichen ſteckten hierauf die Kirche in Brand. Die armen Burſchen, die ſich durch einen Sprung vom Turme vor dem Feuertode retten wollten, fingen rohe Geſellen mit ihren Speeren auf; nicht einer entkam.“
1) Nördlinger St.-A., Städtebundakten 1440, Nr. 50. Später freilich
nahm auch Nürnberg mit einigem Vorbehalt die Verſion von der un
entſchiedenen Schlacht auf. Witte, Reg. III, 7063. 2) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1449, III. S. 46. 3) Rothenburger St.⸗A., Wernitzers Chron., S. 417.