Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
532
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532 Der Städte krieg.

wagen in die Furt getrieben waren, da brach Albrecht mit den Seinen aus dem Verſtecke hervor. Die Panik, die bei den in ſo ſchwieriger Lage Angegriffenen entſtand, iſt erklärlich; die Ordnung löſte ſich, jeder ſuchte ſein Leben zu retten. Die Leute, die die Furt paſſiert hatten oder die durch Zuruf gewarnt wur­den, daß die Straße nach Nürnberg geſperrt wäre, liefen nach Poppenreuth; die anderen ſchlugen oder ſchlichen ſich, von den Reiſigen Albrechts verfolgt, oder von den Reitern bei St. Jo­hanis bedroht, in die Stadt durch.

Die Reiſigen der Nürnberger hatten ſich bei dem erſtem Angriffe aus dem Staube gemacht; da ſie das Flüßchen an vielen Orten überſchreiten konnten, ſo kamen ſie ziemlich un­behelligt nach Nürnberg. Der offizielle Bericht der Stadt ſchreibt ihre Rettung einzig derGenade Gottes zu, außer­dem verdankten ſie dieſe ihren guten Pferden.)

Dieſer Bericht, der, wie in ſeiner Einleitung betont wird, lediglich verfaßt wurde, um den Übertreibungen der fürſtlichen Partei entgegenzutreten, geſteht den Verluſt von 40 Wägen, 4 Karrenbüchſen und einer Wagenbüchſe zu; 100 Mann waren erſchlagen und viele gefangen.)

Gemütsruhig fügt der Rat ſeinem Berichte hinzu:Sol. cher Geſchichte wir aber nicht faſt erſchrocken waren, weil die Gefangenen und Erſchlagenen nur ſchlichte, arme Geſellen ge­weſen fein.;

Albrecht ſelbſt hatte ſich vor allen den Seinen bei dieſem Kampfe ausgezeichnet; lange nach dem Friedensſchluſſe er zählte er noch gern von dieſem Treffen.

ı) Für die Wahrheitsliebe ſolcher Berichte iſt es recht intereſar, daß die Nürnberger zuerſt überhaupt die Anweſenheit ihrer 5 bei dieſem Gefechte ableugnen wollten. Da aber für dieſe Tatſa

den Sa

wohl doch zu viel Zeugen waren, hat man in dem Berichte 555 wi

unſer Reiſiger Zeug, der dann die Zeit anderen Endes war geſtrichen. 2) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 159.