Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
535
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Der Städtekrieg.

Fühlung zu nehmen, um, wenn der Heidelberger Tag den Frieden nicht bringen würde, ſofort Werbungen in denOrten veranſtalten zu können. ö|

Überall ſuchte der Rat Stimmung für ſeine gerechte Sache zu machen, und das Vorgehen ſeines Gegners als hinter­liſtig und gewalttätig in Verruf zu bringen.

In dieſem Sinne ſandte der Rat ſeinem Vertreter am königlichen Hofe, dem Altbürgermeiſter Muffel, immer neue Inſtruktionen. Den Regensburger Domherren, Thomas Pirk­heimer, der damals nach Rom reiſte, erſuchte der Rat mit allen Mitteln den Papſt für die Stadt zu gewinnen.) Freilich konnte Pirkheimer den klugen und energiſchen Nikolaus nicht bewegen, ebenſo ſchnell wie König Friedrich ſeine Dankesſchuld zu vergeſſen.

Recht lau klingt der Bericht, den der Domherr aus Rom dem Rate über den Erfolg ſeiner Bemühungen ſandte. Zwar wäre der heilige Vater Nürnberg wohl geneigt, doch handelte man gar Vieles an der Kurie gegen die Städte.)

Schon vor Eintreffen dieſer Botſchaft hatte der Rat be­ſchloſſen, den päpſtlichen Protonotar Leubing von St. Sebald nach Rom zu entſenden. Der Rat forderte die verbündeten Städte auf, dem Pfarrer Beglaubigunsſchreiben und Klage­begründungen nachzuſenden.);

Der Rat ſelbſt beglaubigte Leubing auch bei dem Dogen von Venedig.) a N 5

) v. Weech, Hiſtor. Darſtellung uſw., Städte⸗Chron. II, S. 385.

) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX. S. 284285. Der Rat ſchreibt den verbündeten Städten am 30. November, daß Leubing bereits abgereiſt wäre. Ob Leubing in Rom war, oder, wie v. Weech annimmt, die Ausführung des Planes ſcheiterte, iſt nicht erſichtlich. Jedenfalls ladet bereits Ende Januar der Rat Leubing ein, einem von den königl. Kommiſſaren in Ausſicht genommenem Tage beizuwohnen.

v. Weech, Hiſtor. Darſtelung usw. St.⸗Chron. II,. S. 385.