536 Der Städtekrieg.
Bei dieſer Geſchäftigkeit des Rates iſt es nicht zu
verwundern, daß die Fürſten überzeugt waren, er würde auch den König von Frankreich für die Sache Nürnbergs zu intereſſieren) und vielleicht, wie wenige Jahre vorher der römiſche König, die Armagnaken gegen die Fürſten zu mieten verſuchen.) Um den gefürchteten Streich zu parieren, ſandte Markgraf Karl von Baden ſeinen Geheimſekretär an ſeinen Schwager, Herzog René von Anjou, den Bruder des Königs von Frankreich. 5 Ohne Mühe konnte René feinen Bruder zu dem Verſprechen bewegen, künftige Hilfserſuchen der Städte abzulehnen, und auch ſeinen Untertanen zu verbieten, für die Städte Partei zu ergreifen.“)
René ſelbſt gab ſogar dem Sekretär einen Abſagebrief
1) In der Tat wandte ſich der Rat erſt am 20. April 1450 an
König Karl VII. und zwar nur, um ihn nach Auseinanderſetzung der gerechten Sache der Stadt zu bitten, ihre Gegner nicht zu unterſtützen. Städte⸗Chron. II, S. 519. N
2) D’Achery Spic. vet. aliquot scriptorum III S. 798 de Beaucourt. Histoire de Charles VII., Bd. 394. In der Pariſer Nationalbibliothek findet ſich nach einem Regeſt der hiſtor. Kommiſſion München ein Brief Karls von Frankreich an einen„consanguineus“, in dem der König erklärt, daß er dem bei ihm als Geſandten beglaubigten comes de Blanhenhin 400 Landsknechte und 1200 Bogenſchützen auf 8—12 Monate angeboten hätte. Für jeden Landsknecht habe er vier Franken, für jeden Bogenſchützen zwei Franken verlangt. Der Graf habe erwidert, daß er zur Annahme des Angebotes keinen Auftraß hätte. Auch Herzog Albrecht von München deutet an, daß der Württen“ berger und Badener Armagnaken zu werben verſucht hätten. Vgl. StChron. II. S. 400.
Der Geſandte war jedenfalls aus dem rheiniſchen Geſchlechte der Herren von Lone, Grafen zu Blankenhain. Ein Graf Eberhard wird in dieſer Zeit erwähnt. Koblenzer St.⸗A., Kurtrier, Aktenarchiv. Perſo' nalien der Erzbiſchöfe Nr. 5, Bl. 22, ein Graf Gerhard bei Witte, Reg; III, 6758, 7078.