540 Der Städtekrieg.
deutlich zu zeigen, daß der Übermut der Städte nicht nur die jungen Fürſten, die ihre Hand gar leicht am Schwerte hatten, zum Wiederſtande getrieben hätte, ſondern auch den höchſten Prieſter des Reiches.;
Die Städteboten wandten gegen den Vorſchlag Albrechts ein, daß der Zwiſt des Markgafen mit Nürnberg „die Hauptſache“ wäre, und daß nach ſeiner Beilegung alle anderen Streitigkeiten leicht geſchlichtet werden könnten. Auf Bitte des Pfalzgrafen willigten ſie ſchließlich ein, daß der Erzbiſchof zuerſt ſeine Beſchwerden vorbringen ſollte; ſie behielten ſich aber vor, erſt nach dem Verhöre ihrer und des Markgrafen Klagen auf des Erzbiſchofs Beſchwerden zu antworten.
Der Erzbiſchof ließ darauf durch ſeinen Hofmeiſter vortragen, daß er Albrechts Helfer geworden wäre, weil die Städte die Geiſtlichkeit völlig abhängig zu machen ſuchten und„ſich unterſtünden“ den Adel zu nötigen und zu unter
drücken“) darauf brachte dann Albrecht perſönlich und nach ihm Dr. Knorr die alten Klagen vor, die in Bamberg , Ingol ſtadt
und Lauingen bereits bis zum Überdruſſe erörtert worden waren. Nur der heimtückiſche Bruch des Lauinger Waffenſtillſtandes und der Brief des Nürnberger Rates an
die Eidgenoſſen, in dem Albrecht beſchuldigt wurde, er wolle Nürnberg vom Reiche drängen und die Stadt der Burggrafſchaft einverleiben, waren als neue Beſchwerden hinzugekommen.