Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
543
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Der Städtekrieg. 543

Alle Rang⸗ und Klaſſenunterſchiede gedächte der Rat Nürnbergs im Reiche zu beſeitigen. Für die öde alles Gleich­macherei, die man in Nürnberg wünſche, wäre der Ausſpruch eines Nürnberger Ratsherren des Berthold Volckamer be­zeichnend, der erklärt hätte,er hoffe es noch zu erleben, daß man die Wände in den Badeſtuben ausbräche, und daß Fräulein und Mann zuſammen baden würden.|

Ihm der ſich des hartbedrängten Adels angenommen und dem die Stadt kaum ein Privileg unangetaſtet gelaſſen hätte, werfe man jetzt vor,er kriege gegen Nürnberg um einen Kübel mit Gulden zu erraffen. In der Tat hätte der Rat ihn erſt mit ſeinem Haſſe verfolgt, als er dem Könige zur Hilfe gegen die den Städtern gleichgeſinnten Eidgenoſſen gezogen wäre.

Gleiches Unrecht wie ihm und dem Adel, geſchähe auch der Geiſtlichkeit.

Wie Juden oder Fremden hätte der Rat den Geiſt­lichen verboten, mehrere Meilen im Umkreiſe Nürnbergs Güter zu erwerben, oder auch nur als Erben anzunehmen. Der Geiſt, der in der Bürgerſchaft herrſchte, hätte ſich prächtig bei der Plünderung des Kloſters Engelthal gezeigt. Die Nürn­berger hätten das Kloſter nächtlich überfallen, die Nonnen ausgezogen und ihnen die geſpannten Armbrüſte auf die nackten Leiber geſetzt.

Albrecht ſchloß ſeine Rede mit einem Appell an alle neutralen Fürſten, Edlen und Geiſtlichen, ſich der gemein­ſamen Sache anzuſchließen, um den Übermut der Städter, unter dem ſie alle zu leiden hätten, für alle Zeiten zu brechen.

Mit herzlichen Worten dankte Hans von Enzenberg im Namen des geſamten Adels Albrecht für die warme Verteidi­gung ihrer Sache; er ſicherte Albrecht auch die fernere Hilfe des Adels zu.

Solche Rede, der kein Edler widerſprach und die be: wies, wie ſehr ein großer Teil des Adels in Albrecht trotz