544 Der Städtekrieg.
ſeiner recht ſelbſtſüchtigen Abſichten immer noch den Vorkämpfer ihrer Sache ſah,n) mochte die Nürnberger Abgeordneten doch kränken. Sie ſtellten in ihrem Berichte an den Rat die Rede als beſtellte Arbeit hin und ſetzten ſich mit einem billigen Scherze über dieſen Erfolg Albrechts hinweg.
„Wer ſich ſelbſt kitzelt, der lacht wohl, wenn er will,“ ſchrieben ſie. i|
In ihrer Antwort auf die Rede des Markgrafen betonten die Nürnberger nun noch einmal beſonders die nich völlig einwandfreie Stellungnahme Albrechts. 0}
Sie wieſen nach, daß trotz aller ſchönen Worte über Unterdrückung des Adels und der Geiſtlichkeit dieſer Krieg vermieden worden wäre, wenn nur die Stadt auf den Vorſchlag der Vermittler in Bamberg eingegangen wäre und Albrecht den verlangten Kübel Gulden übergeben hätte.
Die Stadt hätte ſich ſtets gegen den ehrbaren Adel voll Ehrerbietung gezeigt, den geiſtlichen Stand, der ſich in der Stadt ſehr wohl fühle, habe der Rat ſtets zu heben verſucht.
Berthold Volckamer und alle anderen Ratsherren ſeien ſo geſtellt, daß ſie bei der Beſeitigung aller Rang⸗ und Vermögensunterſchiede weit mehr verlieren als zu gewinnen hätten.
1) ber die Stimmung der Edlen in Heidelberg ſelbſt gegen die Boten der neutralen Städte vgl. Grotefend, Qu. z. Frankfurter Geſch. ed. Froning, S. 328.„Unſere Feinde ſtehen und gehen um mich und tuten und weiſen auf mich“, ſo klagt Dietrich von Alzey, dem man beſonders übel mitſpielte, weil gerade damals gegen Frankfurt der Vorwurf erhoben wurde, es wollte ſich unbequemer Edler mit Gift entledigen. Auch beſchuldigten die Fürſten die Stadt, ſie hätte den Hallern Reiſige zur Hilfe geſandt. Frankfurt wurde ſo eingeſchüchtert, daß es ſeinen Voten unterſagte, an den Verhandlungen der Reichsſtädte teilzunehmen. Frankfurter St. A. Fasc. 60, Nr. 4555, 4559 Fasc. 50 Nr. 3974. Als Diether von Alzey zu Markgraf Albrecht ging, um Frankfurt zu entſchuldigen und die gegen ſeine Vaterſtadt gerichteten Behauptungen als unwahr zurückzuweiſen,„verhöhnte der Markgraf ihn ſchimpflich mit lachendem Munde“. Grotefend, Qu. 3. Frankfurter Geſch. S. 328.