546 Der Städtekrieg.
Umgeben von feinen vornehmſten Räten, legte darauf der Pfalzgraf den Städteboten dar,) es wäre doch ausgeſchloſſen, daß Albrecht je freiwillig einwilligen würde, die von ihm gewonnenen Schlöſſer ohne jede Entſchädigung herauszugeben. Die Nürnberger möchten dem Markgrafen wenigſtens Heideck und Lichtenau abkaufen; alle übrigen Eroberungen, vor allem an der Aich und um Bamberg ſollte der Markgraf ohne Entgelt zurückerſtatten.
Die Städteboten bedauerten, keinerlei Vollmacht zu haben, für die Wiedererlangung eines Beſitzes Geld zu bieten, der der Stadt wider Recht und königliches Gebot entriſſen wäre. Auf nochmaliges Drängen des Pfalzgrafen und des Domprobſtes von Worms, dieſen billigen Vorſchlag wenigſtens in Erwägung zu ziehen, verſprachen die Nürnberger Abgeordneten, durch eilende Boten ſich vom Rate Inſtruktionen einholen zu wollen.
Der Pfalzgraf wartete das Eintreffen einer Antwort aber nicht ab. Er ſchlug vor, der Markgraf ſolle alle Eroberungen den Nürnbergern herausgeben, nur Heideck und Lichtenau wolle er bis zum rechtlichen Austrage der Streitigkeiten vor dem Könige in Verwahrung behalten. Die Boten lehnten auch dieſen Vorſchlag mit der Begründung ab,) daß es ſchwer wäre, von einem Fürſten, der Ausflüchte ſuchte, am Hofe Recht zu erlangen. Herzog Ludwig d. A. von Ingolſtadt habe trotz aller Bemühungen Kaiſer Sigmunds bis an ſein Lebensende ſeine verlorenen Schlöſſer nicht zurückerhalten.
Die Ablehnung auch dieſes ſicherlich nicht unbilligen Vorſchlages, den der Pfalzgraf nach ſeiner Behauptung ohne Wiſſen Albrechts gemacht hatte, bewies, daß die Städteboten mit dem Beſuche dieſes Tages vielmehr eine Demonſtration, als einen Friedensſchluß beabſichtigt hatten.
) v. Weech, Hiſtor. Darſtellung uſw., Städte⸗Chr. II, S. 390. ) Münchener Hofbibl. Manuſkr. Verantw. Libell S. 210.