Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
548
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548 Der Städtekrieg.

alle anderen ſtrittigen Fragen nach Brauch und Herkommen geregelt werden.;'

Großmütig verſprachen die Boten eine kleine Summe für den Verzicht Albrechts auf die Lehenshoheit des Goſten­hofes zugeſtehen zu wollen.)

An der unverſöhnlichen Haltung der Nürnberger ſah der Pfalzgraf ſeine hartnäckigen Bemühungen ſcheitern; er erklärte den Tag für geſchloſſen.;

Um feinen guten Willen zu beweiſen, ſchlug er zwar vor, einen neuen Tag nach Lauingen zu berufen, um dort mit an­deren neutralen Fürſten von neuem eine Friedensvermittlung zu verſuchen.

Die Fürſten lehnten Lauingen als Verhandlungsort ab; in eine Verlegung des Tages aber, nach Herzogenaurach oder Höchſtätt zu willigen, weigerten ſich wieder die Städteboten. Ihnen erſchien eine Friedensvermittlung wohl um ſo weniger ausſichtsreich, als ſie erfahren hatten, daß es den Fürſten in Heidelberg gelungen war, Herzog Albrecht von Sſterreich zu bewegen, im Frühling in den Kampf einzutreten.

Herzog Albrecht hatte ſich verpflichtet, am 23. April dem Erzbiſchof von Mainz, Albrecht, dem Markgrafen Jakob von Baden und dem Grafen Ulrich von Württemberg nach Pforzheim ſeine Fehdebriefe gegen ihre Feinde zu ſenden, während die Fürſten verſprachen, ihm ihre Fehdebriefe gegen Schaffhauſen, Rottweil, Zell und Ulm am gleichen Tage in Villingen zu übergeben.

Albrecht, Markgraf Jakob und Graf Ulrich verſprachen ferner dem Herzoge 400 Reiſige zum Schutze einiger ſchwä­biſchen Schlöſſer; doch ſollte Herzog Albrecht nur berechtigt ſein, die Hälfte der Truppen außerhalb der Schlöſſer zu ver­wenden und ſie dann ſelbſt verpflegen und beſolden.

) v. Weech, Hiſtor. Darſtellung uſw., S. 393394.

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