Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
549
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Der Städtekrieg. 549

Gemeinſame Hilfe mit ganzer Macht ſagten ſich die Fürſten zu, falls 15 die Eidgenoſſen in den Krieg ih een ſollten.)

Während ch in Heidelberg gehandelt, geſtritten und geworben wurde, war bereits in Nürnberg ein neuer Gebots­brief des Königs eingetroffen.

Mochte König Friedrich im Beginne des Krieges ſeinem Unwillen nur geheuchelt haben, in der Tat aber, wie das Aeneas Silvius andeutet) von dem Kriege der übermütigen Fürſten mit den ſtolzen Städten eine Stärkung ſeiner Autori­tät erwartet haben; die lange Dauer des Krieges ſchädigte auch ſein Herzogtum und die Störung von Handel und Wandel ſchmälerte empfindlich die eigenen Einkünfte.

Damals ſchrieb er an Herzog Gerhard von Jülich:Es gibt nichts Schädlicheres, nichts Verderblicheres, nichts Zer­genglicheres für jegliches Reich, denn ſolch ein inwendig Keie;

Nicht lieb noch leidlich wäre es ihm, ſo erklärte er in einem offenen Schreiben, die Fortdauer und ein weiteres Um­ſichgreifen des Krieges ferner zu dulden. Er hätte deshalb den Erzbiſchof Friedrich von Salzburg, Biſchof Silveſter von Chiemſee, Herzog Albrecht von München, Hans von Neitperg und Magiſter Ulrich Riederer beauftragt, in ſeinem Namen den Parteien Tage zu ſetzen; mit Androhung ſchwerer Strafen und ſeiner Ungenade gebot er, die Abgeordneten der Parteien und jeden, der von den Parteien oder den Vermittlern zu dem

1) Chmel, Materialien I, Nr. 135. Vgl. Bamberger Kr.⸗A., S. 1, K. 29, L. 2, Fasc. 1, Heidelberg, 25. Januar 1450. Den Vertrag ſiegeln nur Herzog Albrecht, Markgraf Albrecht, Markgraf. Jakob, Graf Ulrich, nicht aber der Erzbiſchof von Mainz, Eichmann, a. a. O., S. 1415. Die Abſagebriefe vom 23. April. Vgl. dungen Urkundenbuch, III, Nr. 396397.| 8

) Aeneas Silvius Kollar, S. 420. N 0 Bamberger Kr. A., Märkers Katalog 1904, Nr. 108.