Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
551
Einzelbild herunterladen

Der Städtekrieg. 551

Auch den Nürnbergern half ein großer Erfolg, den ſie errangen, die vielen kleinen Schlappen verſchmerzen, die ſie ſeit Beginn des Krieges erlitten hatten.

Gar oft hatte Albrecht die Erfahrung gemacht, daß die Nürnberger aus Furcht vor einem Hinterhalte ſich darauf be­ſchränkten, feindliche Reiter, die ſich vor den Toren der Stadt zeigten, von den Mauern aus zu beſchießen; höchſtens verfolg­ten die Nürnberger Reiſigen einmal die abziehenden Gegner bis zu den um die Stadt errichteten Schranken.

Seinen Plan, den Fiſchweiher bei dem zwiſchen Schwa­bach und Nürnberg gelegenem Kloſter Pillenreut auszuplün­dern, baute nun Albrecht auf den geringen Wagemut und die Vorſicht der Nürnberger. Während ſeine Vorhut die Aufgabe hatte, die Nürnberger vor ihren Mauern zu ängſtigen und zu beſchäftigen, ſollte ſein Haupttrupp in aller Ruhe den bereits nächtlich abgegrabenen Weiher ausfiſchen.)

Der Plan war aber den Nürnbergern rechtzeitig ver­raten worden.

Der Ratsherr Ludwig Pfintzing, ein markgräflicher Lehnsmann,) der im feindlichen Lager aus früheren Zeiten wohl noch mancherlei Beziehungen beſaß, hatte die Abſicht Albrechts erfahren, und ſie ſofort dem Rate mitgeteilt.)

1) Städte⸗Chron. II, S. 379380. Der Nürnberger Rat ſchreibt ſelbſt an Augsburg:Markgraf Albrecht hat vorgenommen, einen unſe­rer Weiher zu fiſchen und ließ auch alsdann mit Macht vor unſerer Stadt rennen, als wir uns verſehen, in Meinung, daß er uns damit irre machen wollte.

2) Sein Vater hatte Albrecht nach Jeruſalem begleitet.

) Roſenblüt, Der Markgrafenkrieg. Vgl. Liliencron, Hiſtor. Volkslieder uſw., Nr. 93, Vers 108114:Bei einem Weiher hub es an, darin wollt man gefiſchet haben, das ward einem Ratsherrn kund getan, daß man den Weiher hätte abgegraben, einem Rat er das zu wiſſen tät, Lud­wig Pfintzing heißt ſein Name. Dieſe ſechs Verſe eines Nitkämpfers, die ſeltſamerweiſe bisher in keiner Schlachtſchilde­