Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
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Der Städtekrieg.

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in ihrer Frauenkirche aufhängen; mehr als 20 Edle zählt das Gefangenenverzeichnis der Nürnberger auf.)

Nur zwei Nürnberger Reiſige waren gefallen, ſechs ver­wundet, vier gefangen worden.?) Der Jubel in der Stadt war begreiflich.;

In wilder Flucht hatte der ſtolze Markgraf, der ſo oft die Bürger der Stadt vor ihren Toren ob ihrer weiſen Vorſicht gehöhnt hatte, jetzt kaum das eigene Leben gerettet. Aus den ſiegesgewohnten markgräflichen Panieren waren Trophäen geworden, die der Städter einſt mit Stolz Kindern und Enkeln zeigen konnte.

Ein befreiendes Aufatmen ging durch die Stadt; nicht wie bisher heimlich auf Raub und Brand war man ausge­zogen, um ſich beim Nahen des Feindes ſchnell hinter die ſicheren Mauern zurückzuziehen; man hatte die Rollen ver­tauſcht, ſchnell, klug und mutig hatten die Städter den Streich gegen den gefürchteten Gegner geführt.

Auf der Ratsſtube und in den Leuthäuſern mag an dem Abend des Sieges bei Bier und Wein manches ruhmredige Wort geſprochen worden ſein. Bald ſchon verdichteten ſich die Prahlereien zu Behauptungen. Bei weitem nicht alle Ritter und Knechte, die es auf der Walſtatt geſchworen hatten, hätten ſich in der Stadt geſtellt, ſo ging das Gerücht.

Der Rat forderte Markgraf Albrecht,?) Reuß von Plauen

1) Städte⸗Chron. II, S. 494 und XXII, S. 100. Markgraf Albrecht gibt in ſeinem Briefe an ſeinen Schwiegervater Jakob von Baden nur zu, daß acht Edle gefangen worden wären, er nennt aber nur die Edlen, die direkt als ſeine Mannen oder Helfer abgeſagt haben, nicht aber auch die gefangenen Edlen der ihm verbündeten Fürſten. Seine Behauptung, daß alle Teilnehmer am Zuge nur 6064 Pferde verloren und den Nürnbergern 24 abgewonnen hätten, Städte⸗Chron. II. S. 495, iſt daher auch nicht allzu glaubwürdig. ?) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, ) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX,

377. 371.

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