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556 Der Städtekrieg.
nach Albrechts Angabe auf dem Rückzuge angegriffenen Markgräflichen in den erſten Minuten des Gefechtes, um die Verfolger einzuſchüchtern, einen Vorſtoß verſucht haben. 5
Ausführlicher ſchon ſchildert ſechs Tage nach der Schlacht der Bericht des Rates an Ulm den Hergang. Der Markgraf wäre zeitlich genug gewarnt worden. Er hätte ſeine Spitze und ſein Geſchick zum Streit ordiniert und wäre in Schlachtordnung den Nürnbergern mit ſeinem Zuge entgegengeritten; trotz ſeiner Übermacht hätten ſie den Markgrafen anden und befiegt.
In ſolcher Weiſe mag auch in feiner ruhigen, trockenen Art Schürſtab das Treffen in ſeinem Kriegsberichte, den er im Auftrage des Rates anfertigte, geſchildert haben.
Dem Ruhmesdurſte der Nürnberger genügte gar bald dieſe kühle Darſtellung nicht mehr. Die Seiten, die vom Pillenreuter Treffen handelten, wurden aus dem Compendium, das den Kriegsbericht enthielt, herausgeriſſen; eine gegner Feder übernahm jetzt die Schilderung.
Die Markgräflichen, ſo erzählt der neue Mann, hätten in Schlachtordnung am Weiher gehalten. Da hätte der Hauptmann der Nürnberger Reiſigen Reuß von Plauen dem Kunz von Kaufungen befohlen, mit einer Reiterabteilung die Feinde ſo lange aufzuhalten, bis er ſelbſt ſeine Reiſigen in guter Ordnung aufgeſtellt habe und das Nürnberger Fußvolk nachgerückt wäre. 1;
Nach einem Scharmützel hätten dann Kunz von Kaufungen und ſeine Reiter ſich ſcheinbar zur Flucht gewandt.
In wilder Haſt wären ihnen die Markgräflichen nachgeſtürmt, aber auf die feſte Schlachtordnung des Reuß von 95905 geſtoßen, auseinandergeworfen und völlig beſiegt wor
en.) Nur undeutlich ſchimmert aus dieſem Berichte der wirkliche Hergang der Treffens noch durch, immerhin tat auch dieſe
) Städte⸗Chr. II, S. 203204.
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