562 Der Städtekrieg.
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deutung der von Albrecht vor die Mauern Nürnbergs geſandten Vorhut!) aufgeklärt hat.
Da der Bericht die Abſichten Albrechts in ihr genaues Gegenteil verkehrt und die Abſendung der Reiterabteilung überhaupt verſchweigt, ſo kann er natürlich auch Ludwig Pfintzing nicht nennen. Auffälliger und nur aus Familieneitelkeit oder einer perſönlichen Gegnerſchaft erklärlich iſt es aber, daß der Berichterſtatter auch den Namen des wackeren Jobſt Tetzel verſchweigt, der mit Reuß von Plauen zuſammen den Kampf und die Verfolgung geleitet hat.
Es war notwendig, ſelbſt auf die Gefahr einiger Wiederholungen hin, die Entſtehung des Lügengewebes zu zeigen und es aufzutrennen, da es bisher die Geſchichte dieſes Krieges durchaus verdunkelt hat. Dieſes Gefecht war für das Anſehen Albrechts als Führer und Kriegsheld ſchädlich, die Gefangennahme der 20 Edlen war ſicherlich peinlich; aber dieſes Treffen war doch in keiner Weiſe eine Entſcheidungsſchlacht.“)
An der Kriegslage änderte es ſo gut wie gar nichts; nach wie vor hatte Albrecht„das Feld gewaltiglich inne“, wagten die Nürnberger nur kleine Streifzüge, aber keine Schlacht.
1) Durch Abſendung dieſer Vorhut wollte Albrecht, nachdem ſo außerordentlich wertvollem Zugeſtändnis des Rates, 6 Tage nach dem Treffen die Nürnberger über ſeine eigentliche Abſicht„irr machen“. Städte⸗Chron. II, S. 493.
2) Riedel, Monatsberichte der kgl. preuß. Akademie, 1867, S. 110—112, ſtellt die Schlacht faſt ganz nach dem offiziellem Nürnberger Berichte dar und glaubt, daß dieſe Schlacht ebenſo viel zur Beendigung des Krieges beigetragen hat, als das Turnier von 1446 zu dem Beginne. Die Schlacht hätte dem Hochmut des Adels gegen das ſtädtiſche Patriziat ein Ende gemacht. Würdinger, Kriegsgeſch. Bayerns, S. 318320, ſtellt gleichfalls den Kampf völlig nach dieſem Berichte dar. Franklin findet wohl in dem letztem offiziellem Berichte einige dichteriſche Ausſchmückungen; die Schilderung dieſer Schlacht iſt ihm aber doch das einzig wirklich Bemerkenswerte in dieſem Kriege. Selbſt ein ſo vorzüglicher Kenner, wie v. Weech, Städte⸗Chron. II. S. 398, nennt den Erfolg einen„entſcheidenden Sieg“.