Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
563
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Der Städtekrieg. 563

Selbſt Nürnberger Bürger, die den Charakter Albrechts kannten und mit ihm rechneten,ſorgten mit Recht,der Markgraf nehme keine Richtung an, ſolange ihm Schande und Schmachheit begegnet) und dieſe nicht geſühnt wäre.

Die Niederlage hatte den Mut Albrechts ſo wenig ge­brochen, wie der Tod ſeines einzigen, ihm bis dahin gebore­nen Söhnchens, das in dieſen Tagen verſchied.)

Immer neue Hilfsquellen ſuchte er ſich zu öffnen. Die Nürnberger hatten die Herren von Schwamberg und Rieſen­berg katholiſche böhmiſche Edelleute in Sold genommen, die von ihren Schlöſſern das Gebiet Markgraf Johanns beun­ruhigten.) Albrecht ſuchte ſich dagegen die Hilfe der huſſiti­ſchen Partei zu ſichern.

Am 3. April traf er und ſeine Brüder Friedrich und Johann, Herzog Wilhelm von Sachſen und Pfalzgraf Otto mit Georg Podiebrad, und den anderen Häuptern der böhmi­ſchen Nationalpartei in Wunſiedel zuſammen.

Vor allem wurde ein Zug gegen Herzog Friedrich von Sachſen beſchloſſen; aber Albrecht ſetzte auch durch, daß ihm die böhmiſchen Herren die Zuſendung von 15002000 Mann gegen Nürnberg verſprachen.)|

Dieſe Hilfe ſchien um fo notwendiger, da an dem gleichem Tage an dem Albrecht in Wunſiedel ſein Siegel unter den Vertrag mit den Böhmen ſetzte, in St. Gallen der Nürn­berger Geſandte Hans Müller und der Hauptmann der Schweizerknechte den Beſtellungsbrief unterzeichneten.

Nicht leicht hatte Nürnberg von der Tagſatzung die Er­laubnis zur Anwerbung der Knechte erhalten. Erſt die

1) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 128. Witte, Reg. III. 7093, Reinbolt Fink an Gemünd.

2) Berliner Hausarchiv, Amb. Akten I, K. 7, A. 4, nach einem Briefe Apel Vitzthums.

3) Nürnberger Kr. A. Briefbücher XX, S. 393.

) Berliner St.⸗A., Sachſen 17.

5) Qu. u. Erört. z. bayr. Geſch. VIII, S. 259262.