Der Städtekrieg.
wiederholte Verſicherung des Rates der Markgraf wolle die Stadt hörig machen,) hatte die Tagſatzung zum Nachgeben beſtimmt. Bis zur letzten Stunde hatte der konſervative Ort Schwyz, der ſich in fremde Händel nicht miſchen wollte, dieſem Beſchluſſe ſich widerſetzt. Mit Nachdruck hatte dieſer Ort die Tagſatzung auf den Wunſch des römiſchen Königs verwieſen, daß die Eidgenoſſenſchaft ſich neutral verhalten möchte; noch einmal brachte Schwyz auch das freundſchaftliche Schreiben Markgraf Albrechts in Erinnerung.?) Vergebens, die Tagſatzung forderte am 16. März den Markgrafen auf, den Krieg zu beendigen, da ſonſt die Eidgenoſſenſchaft„ehrenhalb“ alles tun müßte, damit„das heilige römiſche Reich bei ſeinem Statt und Herkommen unzertrennt und unzerlidet bleiben möchte.“) Am gleichen Tage wurde der Beſchluß gefaßt, Nürnberg die Anwerbung der gewünſchten Knechte zu geſtatten. Der Rat hatte die Anwerbung von nur 600 Söldnern beabſichtigt, aber 1000 waren in St. Gallen fertig zur„Reiſe“ eingetroffen.
Der Nürnberger Rat knauſerte nicht; jeder Knecht erhielt monatlich 5 rheiniſche Gulden, freie Verköſtigung und Anteil an der Beute. Bei einer Kündigung des Soldvertrages durch den Rat, verpflichtete er ſich, Sold für den Kündigungs
1) Luzerner St.⸗A., Bayern 11, Nürnberg an Soloturn, 14. Februar 1450. Weimarer Geſamtarch., Burkhardt, Ukd.⸗Buch Nr. 78. Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 112.
2) Luzerner St.⸗A., Deutſches Reich 17. Landammann und Rat von Schwyz an den Rat v. Luzern, 23. März 1450. Schwyz bittet zur Anderung des Luzerner Beſchluſſes eine neue Tagſatzung anzuberaumen. Vgl. Liebenau. Die Beziehungen der Eidgenoſſenſchaft uſw., a. a. O., S. 20. Erſt eine neue Tagſatzung in Willisau gab den Söldnern Anfang April die Erlaubnis zum Abrücken. g
3) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 120. Am gleichen Tage ſchrieb die Tagſatzung an König Friedrich. Da Albrecht
Nürnberg trotz ſeiner Friedensgebote auch weiter vom Reiche zu drängen verſuche, möchte der König beiden Parteien gegenüber ſeine Macht gebrauchen. Eidgenöſſiſche Abſchiede II, S. 241.
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