Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
571
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Der Städtekrieg. 571

Boten gegenüber, daß die Markgrafen bisherzweimal mehr Schaden erlitten, denn ihnen zugefügt hätten) In der Tat herrſchte in der Stadt keine Teuerung. Die reiche Beute, die die Söldner von den Streifzügen heimbrachten, drückten eher die Preiſe der Lebensmittel unter dem in Friedenszeiten üblichen Stande.Alle Dinge ſind hier wohlfeil, ſo ſchrieben die Frankfurter Boten aus Nürnberg nach Hauſe. Ungebeugt befahl der Nürnberger Rat ſeinen zum Münchener Tage geſandten Abgeordneten, ſie ſolltennicht be­trübt erſcheinen, ſondern ſich kecklich und unerſchrocken ſtellen.)

Der Nürnberger Rat hoffte beſtimmt, daß die könig­lichen Kommiſſare auf dieſem Tage beiden Parteien mit An­drohung hoher Strafen einen Waffenſtillſtand und die vor­läufige Herausgabe ihrer Eroberungen gebieten und die end­gültige Entſcheidung des Streites dem Könige überlaſſen würden.

Mit unendlicher Sorgfalt hatte der Rat alle Vorberei­tungen für dieſen Tag getroffen. Der Altbürgermeiſter Muffel hatte die königlichen Räte von Neuſtadt nach München begleitet; das dringende Geſuch Muffels, der ſchon mehr als ein Jahr von Haus und Herd entfernt weilte, um ſeine Zu­rückberufung hatte der Rat mit Rückſicht auf die Gefährlich­keit der Rückreiſe abgelehnt. Mehr noch fürchtete der Rat, daß derWiderpart in Muffels Abweſenheit bei den Kom­miſſarenmannigfaltige Liſt und Behendigkeit anwenden möchte.)

Nur kurze Zeit blieb Muffel allein in München; bald erſchien dort auch Gregor Heimburg, um mit ihm vor Beginn des Tages alle Verhandlungsgegenſtände zu beraten. Zum feſtgeſetztem Datum am 12. April trafen als weitere Vertreter .

) Frankfurter St.⸗A., Reichsſachen 4587. ) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 407. ) v. Weech, Hiſtor. Darſtellung uſw. Städte⸗Chr. II, S. 397.