576 Der Städtekrieg.
lich hüteten, den Schiedsrichtern poſitive Vorſchläge zu unterbreiten, aus Furcht, der Gegner könnte ſich ſpäter auf dieſe Vorſchläge als auf ihm bereits gemachte Zugeſtändniſſe berufen.
Um dieſe Möglichkeit auszuschließen, machten der Augsburger Bürgermeiſter Stephan Hangenor und der Ulmer Hans Ehinger als Privatperſonen, nicht aber in ihrer Eigenſchaft als Städteboten, einige Vorſchläge, die weit über die Angebote hinausgingen, zu denen die Nürnberger ſich bisher 1 hatten.
Sie ſchlugen vor, Markgraf Albrecht ſollte bis zum rechtlichen Austrage des Streites alle gewonnenen Schlöffer und Güter den Nürnbergern zurückgeben, außer Heideck und Lichtenau, die Herzog Albrecht von München bis zur Entſcheidung in Gewahrſam nehmen ſollte.
Herzog Albrecht, der des Markgrafen gewalttätige Art aus dem Streite mit Herzog Ludwig von Ingolſtadt nur allzu genau kannte, wollte ein ſo gefährliches Amt aber nicht übernehmen. Er ſchlug den beiden Bürgermeiſtern deshalb vor, wenigſtens die beiden Schlöſſer in der Hand des Markgrafen bis zur rechtlichen Entſcheidung zu belaſſen. Zu dieſem Zugeſtändniſſe konnten ſich die Nürnberger wiederum nicht ent ſchließen; Hangenor und Ehinger gaben deshalb ihren Verſuch auf; noch einmal betonten ſie, daß ihre Vorſchläge ohne Wiſſen der Nürnberger Boten gemacht worden wären.
Den Vorſchlag Dr. Knorrs, vorläufig einen Waffenſtillſtand zu ſchließen und dann den Markgrafen in der Form, wie es ſich einem Fürſten gegenüber gezieme, vor den König zur rechtlichen Entſcheidung der vor Beginn des Krieges entſtandenen Streitigkeiten zu laden, lehnten die Nürnberger gleichfalls ab. Dr. Leubing,) der lange genug in fürſtlichen Dienſten geſtanden hatte, erklärte es nämlich für faſt e daß
1) uber ihn vgl. 805 ſe, Heinrich Leubing. Mitt. d. für Geſch. v. Meißen, 1883, S. 3471.