Der Städtekrieg. 577
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überhaupt eine Stadt einen Fürſten vor den König zu Recht laden könnte, ohne daß der geladene Fürſt nach Fürſtenrecht die Form dieſer Ladung beanſtanden könnte. Aber auch den Vorſchlag der mainziſchen und badiſchen Abgeordneten, der eine Rechtsverweigerung Albrechts aus formalen Gründen unmöglich zu machen ſuchte, wollten die Nürnberger Boten nicht annehmen. Ebenſo ließen ſie den Wink Herzog Albrechts von München alle Zwiſtigkeiten durch eine einmalige Zahlung von 30—60 000 Gulden aus der Welt zu ſchaffen, unbeachtet, zumal Dr. Knorrs Vollmachten für einen wirklichen Friedensſchluß nicht ausreichten.“)|
Dagegen verſprachen auch fie, daß der Rat den von der Kommiſſion zum 15. Mai nach Höchſtätt berufenen Tag beſchicken würde.)
Unerſchrocken und ohne Zagen hatten ſich die Boten wie der Rat es ihnen anbefohlen hatte, in München gehalten. Um ſo leichter war ihnen dieſe Aufgabe geworden, da Tag für Tag vom Kriegsſchauplatze frohe Meldung eintraf.“)
Mit einem Schlage hatte ſich dort die ganze Lage zugunſten Nürnbergs gewendet. Nicht erfüllt hatte ſich der fromme Wunſch, den Markgraf Jakob von Baden nach dem Sulzer Siege ſeinem Schwiegerſohne geſandt hatte,„daß der Allmächtige fürbaſſer mit gluckſamer Schickung Euch und allen, die mit Euch zu den Sachen gewandt ſind, es zu freudenreichem Ende wolle fügen, das zu ewiger Seligkeit fürdere“.“)
) v. Weech, Hiſtor. Darſtell. uſw., Städte⸗Chron. II, S. 402 bis 403.
2) Städte⸗Chron. IIS. 217.
) Die Markgräflichen wußten wohl, wer ihrem Gegner den Nacken ſteifte. So ſchrieb Albrecht am 22. April den Eidgenoſſen: Wäre ihnen der Krieg ſo leid, wie ſie ſchrieben, ſo hätten ſie beſſer den Städten keine Hilfe geſandt.„Glauben wir wohl, wo ſolches unterblieben wäre, es hätte die Richtung der Sache nicht erſchwert.“ Bamberger Kr. A., Märkers Katalog 1904, Nr. 137.
Archiv d. Germ. Muſeums, Acta des Markgr. Albrecht, Nr. 1. Markgraf Albrecht Achilles J. 37