Der Städtekrieg.
Die Schweizer waren in Nürnberg eingetroffen.
Albrecht hatte nach ſeinem Siege bei Sulz verſucht, ſie von Nürnberg abzuſchneiden;) faſt 12 Tage hielt er ſie in Windsheim feſt. Als aber am 26. April die Nürnberger mit ganzer Macht auszogen, um die Eingeſperrten zu entſetzen, wagte er es doch nicht, den Kampf gegen zwei Fronten aufzunehmen.„Friſch, fröhlich und geſund“ zogen die ſtarken Burſchen in die Stadt,) deren Bürger über ſolche Hilfe mit Recht „hocherfreut“ waren.
Hatten bisher die Nürnberger, ihre zentrale Lage nutzend, nach allen Seiten Raubzüge gemacht, höchſtens einmal einen Überfall gewagt, niemals aber ſich zu offenem Kampfe geſtellt, ſo änderten fie jetzt völlig ihre Taktik. Ihre Wagenburg,„das grimme Tier“, von dem Roſenblüt ſingt, hatte jetzt ein Herz bekommen.“)
Schon zwei Tage nach ihrer Ankunft zogen die Schweizer ſowie 550 Reiſige und viel Fußvolk aus der Stadt in das Gebiet des Biſchofs von Eichſtätt. Markgraf Albrecht war ge warnt worden und ſuchte dem Zuge den Weg zu verlegen.
Wie ſo oft früher, bot er dem Gegner im freien Felde die Schlacht an; aber nicht wie ſonſt wandten ſich die Nürnberger zum Rückzuge. 5
Die Schweizer ordneten ſich vor der Wagenburg zum Sturm und fällten die Spieße, während hinter ihnen die
1) Die Schweizer Hauptleute erklärten ſpäter ſelbſt, daß ſie „Sorge gehabt hätten“, ob es ihnen möglich werden würde, nach Nürn berg zu gelangen. Liebenau, Die Beziehungen der Eidgenoſſenſchaft uſw., Geſchichtsfreund XXXII, S. 88.
2) Luzerner St.⸗A., Deutſches Reich, Briefe des Rates an die Tagſatzung.
Liliencron, Hiſtor. Volkslieder I. Nr. 52, Vers 431.„800 Schweizer waren ſein Herz“. Mag Stumpf in ſeiner Schweizer Chronif immerhin übertreiben, wenn er erzählt, die Nürnberger hätten allein den Schweizern die Beendigung des Krieges zu verdanken gehabt. Ge