580 Der Städtekrieg.
Als die Verteidiger darnach ſich in den Turm der Kirche flüchteten, hießen die Nürnberger Hauptleute den Pfarrer des Städtchens das Allerheiligſte in Sicherheit bringen und zündeten dann die Kirche an.“)
Wagten die Markgräflichen ſich je wieder in die Nähe Nürnbergs, ſo wurden ſie bis weit über die Landwehr hinaus verfolgt; ohne Ruhm und Beute mußten ſie heimkehren, da ſie ſtets ernſthaften Kampf mieden.)
Die Nürnberger zogen dagegen mehrfach ohne Scheu mit ihrer Beute an der Wagenburg Albrechts vorbei.
Mochten die Markgräflichen aber auch einem Kampfe mit den wilden Schweizer Geſellen ausweichen, trafen ſie einmal die Städter ohne ſolche Hilfe, ſo griffen ſie tapfer an.
Das mußten zu ihren Schaden die Rothenburger erfahren, als ſie ſich mit den in Windsheim liegenden ſtädtiſchen Reiſigen unter Führung des Nürnbergers Hans Veldprecher zu einem gemeinſamen Raubzuge bei Crailsheim getroffen hatten.“) Nach ihrem Auszuge aus Rothenburg war Hans von Absberg mit 200 markgräflichen Reitern“) um zu plündern vor den Mauern der Stadt erſchienen. Die Rothenburger ſandten zwei reitende Knechte aus und ſchoſſen mit Büchſen, um ihre heimziehenden Truppen zu warnen. Aber auch Absberg hatte von dem Auszuge der Truppen Kenntnis erhalten. Er griff die gleichſtarken Feinde bei der Reubacher Brücke an und warf ſie auseinander. Im Kirchhofe des nahen Städtchens Brettheim ſammelten ſich die Städter; aber bald war auch dieſe letzte Zufluchtsſtätte geſtürmt. Neunzig Gefangene,
1) Städte⸗Chron. II, S. 221, Anm. 1. 2) Städte⸗Chron. II, S. 222— 223.
) Rothenburger Chron., Herausgegeben Dr. Benſen, XXIV. Jahresbericht des hiſtor. Vereins v. Mittelfranken, Beil. V, S. 70. Vgl. Städte⸗Chron. II, S. 225, Anm. 1.
) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 140.
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