Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
582
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582 Der Städtekrieg.

nach Hembach. Am rechten Ufer der Rednitz ließ er feine Wagenburg halten, er ſelbſt erwartete am linken Ufer mit 800 Reiſigen den Feind.

Als aber die nürnbergiſche Wagenburg heranrückte und den Weg verſperrt fand, begannen ſie den Zug Albrechts aus der Wagenburg zu beſchießen.

Wie ein bleierner Hagel, ſo erzählt ein Mitkämpfer, wären die Kugeln auf die Markgräflichen niedergepraſſelt.

Albrecht mußte die Furt freigeben und ſich auf feine Wagenburg am anderen Ufer zurückziehen. Die Sonne begann bereits zu ſinken, aber der Kampf währte fort. Die Nürnber­ger waren unter unaufhörlichem Feuern den Markgräflichen an das linke Ufer gefolgt. Ihre Reiſigen,kühn und herzhaft gemacht) durch die Deckung der Schweizer, griffen die mark­gräflichen Reiſigen fünfmal an und brachten ſie zum Weichen.

Durch das weit überlegene Feuer der Nürnberger Wa­genburg wurde die markgräfliche Wagenburg immer mehr gefährdet. Albrecht gab deshalb den Meiſtern der Wagenburg den Befehl zum Abzuge auf das nahe Städtchen Roth. Unter dem Feuer der Nürnberger mag der Abzug der Wagenburg nicht allzu geordnet geweſen ſein. Hals über Kopf, ſo höhnt der Nürnberger Roſenblüt, hätten ſich die Bauern zu retten verſucht und ſo verängſtigt wären ſie geweſen, daß, wenn einem von ihnen auf der Flucht der Augapfel entfallen wäre, er nicht gewagt hätte, ſich zu bücken.

Albrecht ſelbſt zog ſich mit ſeinen Reiſigen auf eine kleine Anhöhe zurück und deckte von dort aus den Rückzug ſeiner Wagenburg.

Als er ſeine Bauern in Sicherheit wußte, wandte er ſich ſelbſt zum Rückzuge nach Schwabach.

Der Dunkelheit halber wagten die Nürnberger Reiſigen nicht, die Verfolgung aufzunehmen; aber aus der Wagenburg

) Liliencron, Hiſtor. Volkslieder, Nr. 93, Vers 306.