Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
583
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Der Städtekrieg. 583

ſandten ſie den Abreitenden einen eiſernen Gruß nach, der ſurrend über ihre Köpfe hinwegfegte. N

) Nicht allzu groß war der Erfolg der Nürnberger durch die entſchloſſene und beſonnene Taktik Albrechts geworden. Nur einen Reiſigen und neun Bauern hatten ſie gefangen, nur vier Pferde erbeutet.)|

Aber der Sieg war ein moraliſcher Erfolg für die Stadt; denn wiederum hatte es Albrecht trotz aller Anſtrengungen nicht vermocht, die Nürnberger zu hindern, ihren Raub heim­zubringen.

Und auf einen moraliſchen Erfolg hatten es beide Par teien bei dieſer Kraftprobe abgeſehen; denn auf den Ausgang des Krieges konnte dieſes Mal Kampfglück oder Unglück keinen Einfluß mehr üben.

Die Friedensverhandlungen waren zum Abſchluſſe ge­kommen, die Parteien hatten nur noch die Siegel unter die Verträge zu ſetzen.) i

Der zum 15. Mai nach Höchſtädt berufene Tag war nach Bamberg verlegt worden, da der Biſchof von Würzburg, den die königlichen Kommiſſare zu den Verhandlungen hinzuziehen wollten, perſönlich nach Höchſtädt nicht kommen mochte.)

) Städte⸗Chron. II, S. 228 und Anm. 2. Daß, wie Roſenblüt in ſeinem Gedichte angibt, 118 Markgräfliche gefallen wären, iſt bei der geringen Anzahl der Gefangenen kaum zu glauben. Liliencron, Hiſtor. Volkslieder Nr. 93, Vers 337.

2) v. Weech, Hiſtor. Darſtell. uſw., S. 405, meint wohl zu Un­recht, daß dieſe Schlappe Albrechts das Zuſtandekommen des Friedens­werkes beſchleunigt habe. Fälſchlich bringt v. Weech die viel frühere Abreiſe des Markgrafen Johann nach Mosbach mit dieſem Treffen in Zuſammenhang. In der Tat waren am Samstag, den 20. Juni abends, der Zeit des Treffens, beide Parteien über den Text der Vergleichs­urkunden einig, am Montag wurden dieſe Verträge dann geſiegelt. Die Abreiſe des Markgrafen Johann am Sonntag, den 21. nachmittags, konnte nur den Zweck haben, dem Bruder in Schwabach das erreichte Reſultat mitzuteilen.

) Nürnberger Kr.⸗A., Beſchreibung des Markgr. Krieges, S. 207.