Der Städtefrieg. 585
Engelhard von Münſter; ferner Dr. Martin Mair, Pfarrer Heinrich Leubing, Stephan Hangenor aus Augsburg und Hans Einkürn aus Nördlingen.
Bei der Wahl dieſes Ausſchuſſes fällt vor allem auf, daß unter den von den Städten geſandten Vertrauensmännern die Hälfte würzburgiſche Räte waren, eine Tatſache, die mit dem Wunſche der Städter, das Bündnis mit dem Biſchof als möglichſt innig hinzuſtellen, kaum genügend erklärt iſt.
Ganz unverſtändlich aber iſt es, daß in dem Ausſchuſſe nicht ein einziger Nürnberger Bürger Sitz und Stimme hatte; die Intereſſen dieſer Stadt wurden dort durch zwei beſoldete Beamte vertreten, die früher in fürſtlichen Dienſten geſtanden hatten und deren Ehrgeiz nur durch eine Rückkehr in dieſe Dienſte voll befriedigt werden konnte.
Immerhin ſorgten die in Bamberg anweſenden Nürnberger Bürger dafür, daß ſich der Ausſchuß nicht allzu nachgiebig erwies, auch ſtörten natürlich die vom Kriegsſchauplatze eintreffenden Nachrichten den ruhigen Fortgang der Verhandlungen. Auf die Meldung von der Erſtürmung Emskirchens verließen die Markgrafen aufgebracht Bamberg. Albrecht eilte nach Mosbach, um dort Herzog Otto zu neuer Hilfeleiſtung zu drängen. Markgraf Johann kehrte zwar am folgenden Tage wieder nach Bamberg zurück, forderte aber, bevor die Verhandlungen fortgeſetzt würden, daß beide Teile ſich verpflichten ſollten, innerhalb der nächſten Woche weder Raubzüge zu unternehmen, noch überhaupt ſich zu verproviantieren..
Die Nürnberger Ratsbotſchaft lehnte den Vorſchlag, deſſen Annahme gar leicht eine Teuerung in der Stadt hätte hervorrufen können, ab. Den Vorwand der Ablehnung bildete wieder der Mangel an Vollmachten.
Immerhin zeigte es ſich bald, daß die Stimmung der Nürnberger nicht mehr ganz ſo trotzig war, wie noch vor zwei Monaten.;