Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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Der römiſche König ſollte ferner verſuchen, in Güte einen Ausgleich zwiſchen Herzog Albrecht, Schaffhauſen und Zell wegen der vom Herzoge geforderten Huldigung herbeizu­führen. Gelänge dem Könige ein Ausgleich nicht, ſollten bei­den Parteien ihre Rechte vorbehalten ſein.)

Die Städte Rottweil und Schaffhauſen waren in Bam­berg nicht vertreten, die Städteboten erklärten deshalb, daß der Bund Rottweil und Schaffhauſen keine Hilfe mehr leiſten würde, wenn fie die Richtung nicht annehmen wollten.)

Die Stadt Eßlingen ſollte den neuen Zoll bis zum recht­lichem Austrage des Streites nicht einfordern, Graf Ulrich von Württemberg die gegen Eßlingen verhängte Lebensmittel­ſperre aufheben.

Freilich war Graf Ulrich ſchon von Bamberg fortge­ritten und ſeine Räte hatten keine Vollmacht, den Vertrag zu

1) Städte⸗Chron. II, S. 230238. v. Weech, Hiſtor. Darſt. uſw., Städte⸗Chr. II, S. 406407.

2) Mit ihnen mächtigten ſich Biſchof Gottfried von Würzburg, Sylveſter von Chiemſee und Pfalzgraf Friedrich der beiden Städte. Stuttgarter St.⸗A., K. C. VIII, F. 32, S. 3, B. 15. Da Pfalzgraf Friedrich ein alter Freund Herzog Albrechts von Oſterreich war, ſo konnte ſeine Entſcheidung kaum zweifelhaft ſein. Unter dem Vor­wande, daß Rottweil und Schaffhauſen auf eigene Fauſt und bevor Herzog Albrecht abgeſagt hatte, die Schlöſſer Hohenberg, Balm, Lauffen und das Städtchen Rheinau erobert hätten, lehnten die Städte ſpäter eine Beteiligung an dem Schadenerſatze ab, den der Pfalzgraf Rottweil und Schaffhauſen auferlegte. Mit Recht machten die beiden Städte geltend, daß der Bund bei der Eroberung der Raubſchlöſſer geholfen und ſeinen Anteil an der Beute genommen hatte. Vergebens appellier­ten Rottweil und Schaffhauſen auf den Rat des Bundes gegen das Ur­teil des Pfalzgrafen an den König; im Wege der Einigung zahlte ſchließ­lich Rottweil 8200 Gulden an Herzog Albrecht, Schaffhauſen 10 500 Gulden an die Gräfin von Sulz. Nach einem geradezu widerlichen Handeln und Feilſchen ſetzten die beiden Städte durch, daß der Bund einen kleinen Teil dieſer Summe übernahm. Vgl. Eichmann, Der Städtekrieg 14491450 uſw., S. 22 ff., vgl. auch Fürſtenbergiſches Ur­kundenbuch III, Nr. 398.

gro

nick geg