Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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590 Der Städtekrieg.

aber ein Sieg der Waffen oder ein kraftvolles Niederringen des Gegners hatte dieſen Frieden diktiert.

Noch trotzten Nürnbergs Mauern, noch ſtreiften ſeine Scharen kecker denn je im feindlichem Lande.

Aber die Söldner koſteten dem Stadtſäckel mehr und mehr und ihre Dienſte ſchienen dem Rate doch unentbehrlich. Noch während des Bambergers Tages hatte der Rat die Eid­genoſſenſchaft erſucht, eine weitere Werbung von 2000 Söld­nern in ihrem Gebiete zu geſtatten.)

Jetzt war dieſe Werbung unnötig geworden, die bereits in den Dienſt der Stadt getretenen Schweizer konnten reich beſchenkt und neu gekleidet in die Heimat entlaſſen werden.)

Mehr noch als die Geſamtheit mußten aber die Einzel­nen, vor allem die reichen Kaufherren der Stadt den Frieden wünſchen.

Was nutzte ihnen ein Erfolg der vor den Mauern Nürnbergs erfochten wurde?

Für ihren Handel blieben faſt aller Orten die Reichs­ſtraßen geſperrt. In allen Windrichtungen ſaßen abgeſagte Feinde der Stadt; im ganzem Reiche waren die Güter Nürn­berger Bürger willkommene Beute. Mit dem Stocken von Handel und Wandel lockerten ſich die Handelsbeziehungen mit

1) v. Weech, Hiſtor. Darſtellung uſw., Städte⸗Chron. II, S. 408. Auch die ſchweizeriſchen Hauptleute in Nürnberg ſchrieben an die Tag­ſatzung:Wenn doch der Geſellen viel iſt und ihr der viel im Lande habt da bitten wir Euch darum, daß ihr ſie wollet laſſen zu uns kom­men. Liebenau, Beziehungen der Eidgenoſſenſchaft uſw., Ge­ſchichtsfreund XXXII, S. 88.

2) Sie hätten ſich im Wandel erbarlich, in Tugenden fromm, gegen jeden bei uns löblich, in der Tat des Ernſtes kecklich, ſtrenglich und männlich gehalten, ihnen zu Nut, Ehren und Frommen wohl ge­dienet, ſo ſchreibt am 10. Oktober der Rat an die Tagſatzung. Luzer­ner St.⸗A., Deutſches Reich. Vgl. über das Bekleiden von Söldnern 14 ee Würdinger, Kriegsgeſchichte von Bayern usw.