Der Städtekrieg. 591
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fernen Städten.!) Der Verkehr begann ſich neue Wege, die Einfuhr neue Abſatzgebiete zu ſuchen. Es war nur allzu ſehr zu fürchten, daß die in Frieden lebenden rheiniſchen Städte bei dieſem Streite die tertii gaudentes ſein würden.
Wie die Kaufherren mußten die Bürger, die fürſtliche Lehensleute waren oder außerhalb der Stadt Güter hatten, den Frieden wünſchen. Ihre Felder waren verwüſtet, ihre Herden graſten die kümmerliche Weide in den Laufgräben der Stadt ab.
Jeder Handwerker ſpürte an Sonn- und Markttagen das Ausbleiben der wohlhabenden Landkundſchaft, überall ſchmälerten ſich die Einkünfte.
Um ſo bewundernswerter iſt der Gemeinſinn der Bürger, die lieber einen Kampf bis zum äußerſten als einen Frieden„ohne Ehren“ wollten.
Mit einem„Kübel voll Gold“ hätte die Stadt ſchon
ſeit Monaten den Frieden erkaufen können, hätte dazu die
eroberten Schlöſſer zurückerhalten und alle Streitfragen zu ihren Gunſten erledigt.
Nicht aus Starrſinn, ſondern aus Selbſtbewußtſein weigerten die Nürnberger ſich die nach ihrer Überzeugung ungerechten Forderungen Albrechts mit Geld abzufinden oder im Kriege Gewonnenes ihm abzukaufen.
Daß fie ſolche Eroberungen bis zu der von ihrem recht— mäßigen Herrn gefällten Entſcheidung in des Gegners Hand ließen, ſchien ihnen ſchon allzu viel Nachgiebigkeit.
Nur auf das Drängen der Bundesſtädte hin, die heißer noch als ſie ſelbſt den Frieden erſehnten, wichen die Nürnberger in dieſem Punkte. f —
f) Los horn, Geſch. der Stadt Bamberg, IV, S. 298. Schon im Oktober 1449 hatte der Doge von Venedig den Biſchof erſucht, den
Frieden zu vermitteln, da der Handel zwiſchen Venedig und den Städten geſtört würde.;