592 Der Städtekrieg.
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Die ſchwäbiſchen und fränkiſchen Städte waren des Kampfes herzlich müde; verſchwunden war„das Getrauen“, daß man im Beginne des Krieges gehabt hatte,„mit Gottes Hilfe aufzuhalten und zu erobern, daß alle Städte an Ehre und Wehre gewinnen ſollten“.
Faſt alle Reichsſtädte dachten jetzt wie Nördlingen, daß das„ewige Zupfen und Rupfen“ an den Gegnern ihnen wenig Ehre und Nutzen gebracht hätte.„Wie viel Geld war aufgegangen, doch ſo viel nit geſchaffen worden, daß ſie ſich davon rühmen oder beſſern mochten.“)
Auf dieſe Stimmung mußten die Nürnberger Rückſicht nehmen, obgleich ihre Bündner durch tatkräftige Hilfe im Felde ſich ſie wahrlich nicht verdient hatten.
Der ſelbſtbewußte und zähe Markgraf hatte ſich auch auf dem ſchlüpfrigen Boden des Verhandlungsſaales als ein ebenbürtiger, wenn nicht überlegener Gegner der klugen Stadtjuriſten und der„fürſichtigen“ Bürgermeiſter erwieſen.
Um jeden Satz faſt des Vertrages hatten die Nürnberger geſtritten, dennoch zeigte ſich ſpäter, daß ihre geſcheiten, hoch bezahlten Beamten Wichtiges, wenn nicht das Wichtigſte in den Entwurf zu ſetzen vergeſſen hatten.
Immerhin konnte Albrecht in Bamberg leichter auf ſeinem Standpunkte beharren, als die Nürnberger, die allein von allen Städtern eine Fortſetzung des Kampfes nicht ſcheuten.
Die Fürſten, die nach ihm die Hauptlaſt des Krieges trugen, Graf Ulrich von Württemberg und Herzog Albrecht von Sſterreich, wünſchten keinesweges dringend den Frieden.
Nur wenige Edle und Fürſten waren in Bamberg, lebten im Reiche, die der ſtolzen Stadt nicht von Herzen eine Demütigung gegönnt hätten. War im Beginne des Krieges die Sache der Fürſten und des Adels auch Albrechts Sache ge
) Straßburger St.⸗A., A. A. 246, Nr. 11. ) Pfiſter, Geſchichte von Schwaben, V. S. 102.
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