600 Durch Kampf zum Frieden.
Verwendung.“) Er verſprach ihm, nie etwas zu tun, was ſich gegen„Ehre und Stand“ des Königs richten würde und verpflichtete ſich, ihm mit ganzer Macht ſtets beizuſtehen.)
Noch einmal verſuchte Friedrich im Auguſt 1450 ſich dem Städtebunde anzuſchließen; ganz„im gehaim“ doch ohne Ergebnis wurden die Verhandlungen geführt.)
Schon am 22. März hatte der Kurfürſt in Pilſen auch mit dem katholiſchen Herrenverein in Böhmen ein feſtes Bündnis abgeſchloſſen.) Dieſes Bündnis war der ſchlimmſte taktiſche Fehler, den der Kurfürſt in ſeinem Leben gemacht hat, denn die Feinde ſeiner neuen Freunde wurden auch ſeine Feinde; ſo gewann er weniger, als er verlor.
Mochten in dem katholiſchen Herrenverein auch die vornehmſten und edelſten Männer der Krone Böhmens ſich zuſammengeſchloſſen haben, mächtiger und ſchlagfertiger war ohne Zweifel der huſſitiſche Bund Georg Podiebrads. Nur ſein Glaubenseifer macht es erklärlich, daß der ſonſt ſo geſcheite Kurfürſt, ſo alles Augenmaß verlor, daß er den Unterſchied in dem Kräfteverhältnis ſeiner Bündner und ihrer Gegner ſo wenig erkannte. Schnell nützte Herzog Wilhelm des Bruders Fehler.
Hatte der Kurfürſt ſich mit den katholiſchen Böhmen, „der guten oder des Königs Seite“, wie er ſie nannte,) verbunden, ſo wandte ſich Herzog Wilhelm ohne Skrupel an die Ketzer.
Am 27. März 1450 ſchloſſen in Wunſiedel er ſowie alle Markgrafen von Brandenburg und Pfalzgraf Otto von Bayern
) Chmel, Materialien zur öſterr. Geſch., I. Nr. 156. ) Chmel, Materialien zur öſterr. Geſch., I, Nr. 155. ) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1450, Nr. 265.
) Palacky, Fontes rer. austr. XX, II, S. 13.
) K. B. Reichsarch. Fasc. XXV. Nr. 242. Aus einem Briefe vom 11. Auguſt 1450 an Herzog Albrecht von München vgl. Chmel, Materialien zur öſterr. Geſch. I. S. 325. A
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