Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
601
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Durch Kampf zum Frieden. 601

mit Georg Podiebrad und feiner Partei ein Bündnis.) Gegen den ſächſiſchen Kurfürſten, derkeine Verſchreibung, kein Ge­lübde und keinen Eid hielt, beſchloſſen die Bündner gemein­ſam zu ziehen; auch die Markgrafen Albrecht und Johann und Pfalzgraf Otto ſollten, ſobald ihr Streit mit Nürnberg ge­ſchlichtet würde, ihrem Freunde gegen den Wortbrüchigen helfen.

Sofort tat das Bündnis ſeine Wirkung.

Kurfürſt Friedrich von Sachſen hatte den katholiſchen Böhmen verſprochen, ihnen mit ganzer Macht zu helfen, die Huſſiten im Lande niederzuwerfen. Jetzt mußte er ſich im eigenen Lande gegen einen Überfall ſeines Bruders Wilhelm und Markgraf Friedrichs wehren.

Und ſeine den befreundeten Böhmen geſchworene Eide halten zu können, verzichtete Kurfürſt Friedrich im Zerbſter Vertrage gegen die Abtretung von Senftenberg und Hoyers­werda auf die Lauſitz zugunſten des Brandenburgers; er ver­ſprach auch auf einem neuen, nach Naumburg ausgeſchriebenen

Tage mit ſeinem Bruder Wilhelm und dem Grafen von Schwarzenberg ſich ausſöhnen zu wollen.)

Den Brandenburger wenigſtens glaubte der Kurfürſt durch den Verzicht auf die Lauſitz gewonnen zu haben.?) Er ließ ſich von ihm verſprechen, falls Heinrich von Schwarzburg in Naumburg ſich dem Spruche des Erzbiſchofs von Magde­burg und des Markgrafen nicht fügen wollte, ihm gegen den

) Berliner St.⸗A., Sachſen 17. Die böhmiſche Ausfertigung hat Palacky im Wittingauer Arch. gefunden. Palacky, Geſchichte von Böh­men, IV., S. 229. Vgl. Palacky, Fontes rer. austr. XX, 2, S. 35.

) Riedel, Cod. dipl. II, S. 435-436. Fontes rer. austr. XX. 2, S. 9. Vermittler war der Erzbiſchof von Magdeburg. Vgl. Kotel­mann, Geſch. d. älteren Erwerbungen der Hohenzollern in der Nieder­laufitz, S. 38.

N) Freilid gedachte Friedrich von Sachſen, dieſen Vertrag nur W er es mußte, zu halten. Vgl. Markgraf, Liegnitzer Lehensſtreit, handlungen d. ſchleſ. Geſellſchaft f. vaterländ. Kultur, 1869, S. 46.