Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
602
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Durch Kampf zum Frieden.

Grafen zu helfen. Ferner ſicherte Markgraf Friedrich ihm zu, Herzog Wilhelm nicht mehr unterſtützen zu wollen, falls dieſer ſich nicht dem Spruche des Erzbiſchofs von Magdeburg und des Landgrafen von Heſſen unterwerfen würde.) Die Ausſöh­nung ſchien ſo vollſtändig, daß der Kurfürſt dem Markgrafen anbot, ihn für die Dauer ſeiner Abweſenheit zum Verweſer des Kurfürſtentumes zu ernennen.)

Ziehet hin, mein lieber Schwager, ſo ſoll ihm der Markgraf geantwortet haben,ich will Euer getreuer Vor­ſteher ſein.)

Markgraf Friedrich ſelbſt beſtritt ſpäter entſchieden, die Verweſung des Kurfürſtentumes übernommen zu haben. Sicher iſt, daß die beiden Fürſten in guter Freundſchaft von einander ſchieden,) da der ſächſiſche Kurfürſt ſogar feine Hilfe gegen Nürnberg in Ausſicht ſtellte.)

Sofort bot Kurfürſt Friedrich im ganzen Lande auf, um ſeinen hartbedrängten Freunden in Böhmen zur Hilfe eilen zu können. Da kam die Nachricht, daß auch Herzog Wilhelm

in Thüringen aufbiete und daß er eine Wagenburg bei ſeinem Dorfe Aurach vor Schloß Burgau habe ſchlagen laſſen. Erſt auf die Zuſicherung des Kurfürſten, daß ſeine Mutec nicht ihm gelte, entließ Wilhelm ſein Heer.

Auf die Bitte Friedrichs, ihm zu verſprechen, ſein Land während ſeiner Abweſenheit nicht anzugreifen, antwortete Wil­helm, er wolle ſich gegen ihn halten, wie es recht wäre.

) K. B. Reichsarch., Fasc. 25, Nr. 242. Chmel, Materialien 3. öſterr. Geſch., I, S. 326.

2) K. B. Reichsarch., Fasc. 25, Nr. 242. Dresdener St.⸗A., Koh. 36, S. 149151.

3) Menden, Seript. rer. Germ. II, S. 359. Chron. Terrae Misnensis.

) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 152. Schreiben des Markgrafen Friedrichs und Herzogs Wilhelms an König Friedrich.

5) Fontes rer. austr. XX, 2, S. 8. In Naumburg ſollte das Nähere verabredet werden.

e) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 149151.