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Durch Kampf zum Frieden. 605
Freunde zu.“) Mit„einem großen Volke“ kam der Markgraf nach Thüringen, ſo erzählt der ſächſiſche Chroniſt.e)
Der wichtigſte und mächtigſte Bündner des Herzogs aber war Georg Podiebrad.
Von der Parteien Gunſt verwirrt, ſchwankte nur allzu lange das Charakterbild dieſes Mannes. Einen Heldenkönig haben ſpätere Jahrhunderte in ihm geſehen; zu einem Romanhelden hat ihn Böhmens bekannter Hiſtoriker gemacht.“)
Georg Podiebrad war ein Mann von vorzüglichen militäriſchen und diplomatiſchen Eigenſchaften. Er hat feine katholiſchen Nebenbuhler Meinhard von Neuhaus und Heinrich von Roſenberg beſeitigt, den rechtmäßigen König Ladislaw heimtückiſch ermordet. Aber mit eiſerner Fauſt hat er erſt als Landesverweſer, dann als König den inneren Frieden und das Gedeihen des Böhmenlandes gefördert.
Seine Schlauheit, ſeine Skrupelloſigkeit, vor allem ſein unverwundbarer Wille zur Macht haben ihn von ſeinem Edel
) K. B. Reichsarchiv, Fasc. XXV, Nr. 242a u. Dresd. St. ⸗A., Kop. 36, S. 149151.
2) Vetero Oellensis Chronici, Menden, Script. rer. germ. II, S. 425. Später hat Albrecht behauptet, er habe bereits während des Krieges mit den Reichsſtädten 400 Reiſige Herzog Wilhelm zur Hilfe geſandt. Priebatſch, Polit. Korreſp. II, S. 671, Nachtrag.
„) Vgl. Palacky, Geſch. v. Böhmen, Bd. IV. Die Literatur über Podiebrad, Bibliog. hist. ceske, Bd. III, Erſt Bachmann, Deutſche Reichs⸗Geſch., kommt, wenngleich zu einer viel zu milden, ſo doch zu einer gerechteren Beurteilung dieſes Mannes. Die ſchlaue und heimtückiſche Art, wie Podiebrad die Ermordung ſeines Königs vorbe22 und durchgeführt hat, ſchildert der Verfaſſer in der Arbeit„Die . rmordung König Ladislaws“. Wer nicht, wie Palacky IV, S. 201, der Anſicht iſt,„den Völkern überhaupt liegt weniger daran, wie Je
„mand zur oberſten Gewalt gelangt, als wozu er ſie gebraucht,“ der wird
7 der Behauptung des Verfaſſers beiſtimmen, daß die Heldenrolle Odiebrads ſeit dem Nachweiſe dieſes Meuchelmordes für alle Zeiten
ausgeſpielt iſt. Vgl.; öni; und S. 56.85 gl. Kanter, Die Ermordung König Ladislaws, S. 1