Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
607
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Durch Kampf zum Frieden.

hin hat er auch damals ſeiner Tat ein moraliſches Mäntelchen umzuhängen verſucht.|

Der edle Johann Smirzicki hatte den König Ladislaw vor den Mordplänen Podiebrads gewarnt; der öſterreichiſche Verbündete Georgs, Ulrich von Cilly, hatte ihm dieſen War­nungsbrief zugeſandt. Im Landtage hatte darauf Podie­brad als Landesverweſer die Anfrage geſtellt, welche Strafe dem gebühre, der ihren König durch Warnungen vor dem von allen ſo ſehnlich erwartetem Beſuche Böhmens abhielte. Die zuerſt Gefragten waren ſicherlich durch Podiebrad vorher unter­richtet; ſie ſprachen ſich für die Todesſtrafe aus. Der ahnungs­loſe Smirzicki, der ſich nicht ſelbſt verraten wollte, auch wohl zu überraſcht war, um die Falle zu merken, ſtimmte wie die Übrigen. Sofort nach ſeiner Abſtimmung ließ ihn Podiebrad verhaften. Ein Verhör, in dem Smirzicki ſeine Anſchuldigun­gen vielleicht gar hätte beweiſen können, ein ordentliches Hoch­verratsgericht, ja ſelbſt nur ein richterlicher Urteilsſpruch ſchien Podiebrad unnötig; der Schuldige hatte ſich ja ſelbſt ſein Urteil geſprochen. Kaum 24 Stunden nach ſeiner Ver­haftung wurde Smirzicki hingerichtet. Podiebrad hatte ſein Opfer in Sicherheit gewiegt, es ſich ſelbſt ſein Grab graben laſſen und dann es ſchnell und hinterliſtig hineingeſtoßen.

Mehr wie jede andere Tat ſeines Lebens iſt dieſe für die Weſensart Podiebrads bezeichnend.

Dieſer Meiſter der Verſtellung hat ſelbſt die vielge­wandten Kardinäle der Kurie länger als ein Jahrzehnt ge­täuſcht; ſo lange zweifelten dieſe klugen Prieſter nicht daran, daß Podiebrad im Herzen ein gläubiger Sohn der Kirche wäre und unterſtützten ihn faſt mit dem gleichen Eifer wie Rokpzana der Huſſiten oberſter Prieſter.

Wußte doch niemand woran er glaubte.

Veielleicht wußte Podiebrad ſelbſt nicht einmal, ob er innerlich mehr zu den Lehren der Kirche oder des Huß neigte;