612 Durch Kampf zum Frieden. 1
nicht unbeträchtlichen Hilfe konnte ien Gera nicht gewinnen.“)
Heinrich von Gera ſelbſt verteidigte das Städtchen wacker; die völlige Verwüſtung ſeines Ländchens konnte er freilich nicht verhindern.“)
Inzwiſchen hatte Kurfürſt Friedrich die Nachricht von der furchtbaren Verheerung ſeines Landes erreicht.
Er brach die Belagerung des Schloſſes Burgtonna ab und eilte nach Gera. Hatte er bisher nur das Gebiet der Räte ſeines Bruders verwüſtet, ſo ſchonte er jetzt auch deſſen Land nicht mehr; in der Pflegſchaft Weißenſee brannte er an einem Tage 60 Dörfer nieder.?) Herzog Wilhelm und Albrecht zogen ihre Truppen auf dem Geiersberge hinter Gera zuſammen, auf dem Galgenberge kaum einen Büchſenſchuß weit von ihnen lagerte ſich der Kurfürſt.“)
„Da lagen fie und trotzten gegen einander“, keiner wagte den Angriff.
Nur kleine Abteilungen, die zum Furagieren ausgeſandt waren, oder die die Pferde zur Tränke führten, ſcharmützelten mit einander. Ein einziges Mal hatten die Truppen Herzog Wilhelms einen großen Erfolg. 150 Bürger und
1) Stolle, a. a. O., S. 35. Sehr unglaubwürdig iſt die Behauptung der Ohron. Vetero Cellensis a. a. O., S. 425. Herzog Wilhelm wäre auf Bitten der Frauen von Gera abgezogen.
2) Stolle, a. a. O., S. 36.
2) Vetero Cellensis a. a. O., S. 425. Die Behauptungen der Chronik ſind ſo detailliert, daß die Erklärung des Kurfürſten am 2. Auguſt dem Könige Friedrich gegenüber,„er habe bis zum letzten Tage nicht brennen laſſen“, unglaubwürdig iſt. Die 60 Dörfer wurden am 15. Juli niedergebrannt.
) Löbe, Der Bruderkrieg 14461451, a. a. O., S. 171, der aber nur eine Belagerung Geras kennt, gibt an, Herzog Wilhelm hätte bei Pforten im Geſſenthale, der Kurfürſt auf dem Heerberge bei Oberröppiſch geſtanden. Geiersberg und Galgenberg gibt Schmidt die Zerſtörung der Stadt Gera, S. 318, an.
5) Vetero Cellensis a. a. O., S. 426.