Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
613
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Durch Kampf zum Frieden. 613

Trabanten des Kurfürſten und ihr Führer Graf Ludwig von Gleichen wurden gefangen, über 100 erſchlagen, 23 Wagen und zwei Büchſen erobert.)) HE Da an eine Erſtürmung Geras mit dem kurfürſtlichen Heere im Rücken nicht zu denken war, zogen der Herzog und der Markgraf ſchließlich ab.

Der Abzug war ein Erfolg für den Kurfürſten, der ſich rühmte, den Bruder von Geraabgetrieben zu haben.

Einen wertvolleren Sieg errang aber in dieſen Tagen des Kurfürſten Feldhauptmann Heinrich von Gera. Er warf ſich dem aus der Mark unter furchtbaren Verheerungen?) heranrückenden Kurfürſten von Brandenburg entgegen und trotzdem der Kurfürſt 150 Reiter mehr als er hatte, brachte er ihm eine empfindliche Schlappe bei; er gewann viele Banner und führte eine große Anzahl Gefangener unter

ihnen allein 17 Edle nach Meißen.)

Das Meſſeſingen und Gottloben im Kurfürſtentum währte nicht lange.;

Von Chemnitz bis Leipzig,10 Meilen lang und 4 bis 5 Meilen breit,) bezeichneten Brandſtätten und Oden den Weg, den Herzog Wilhelms und Markgraf Albrechts Heer gezogen waren. Über Rochlitz, Rochsburg, Waldenburg und

; 1) Vetero Cellensis a. a. O., S. 425. Jovius, Chron. Schwartz ­burg., S. 521. Schmidt, Zerſtörung von Gera, S. 319.

) Städte⸗Chron. VII, S. 385.

) Stolle a. a. O., S. 34. Hartung Kammermeiſter a. a. O., 1206. Jovius, Chron., Schwartzburg, S. 525. Städte⸗Chron. VII, S. 386 und Anm. 1. Gefangen waren u. a. Hans von Putlitz. Buſſe Son Schulenburg, Dietrich von Holzendorf, Werner von Alvensleben, Schenk von Flechtenberg, vgl. Bachmann, Geſchichte Böhmens, II, S. 419. Schmidt, Zerſtörung der Stadt Gera, S. 320.

l 9 er fälſchlich dieſen Zug vor die erſte Belagerung Geras legt.