Durch Kampf zum Frieden.
614
durch das Oſterland zogen die beiden Fürſten wieder vor Gera.!) W Kurfürſt Friedrich hatte ſich bei Leipzig gelagert;„er war feinem Bruder zu ſchwach“, ſagt der Chroniſt;) untätig mußte er der Verwüſtung ſeines Landes zuſehen. Auf die Nachricht, daß die Gegner eine neue Belagerung Geras beabſichtigten, zog er nach Pegau. Dort traf ihn wohl die Nachricht, daß Heinrich von Gera den Sturm auf Gera wiederum abgeſchlagen hatte, und daß die Fürſten vor Burgau gezogen wären.“)| g
Faſt ohne Gegenwehr ergab ſich Burgau; auch Lobedaburg, Lobeda“) und das Schloß des Grafen Ernſt von Gleichen Remda wurden gewonnen.“)„Alles wäre ihnen bisher richtig und wohl zugeſtanden, Gott gebe fürder“, ſo ſchrieb Herzog Wilhelm dem Grafen Adolf von Gleichen.“ Von Remda zogen die Fürſten vor ein anderes Schloß des Grafen Ernſt von Gleichen, Blankenhain; dort fanden ſie aber wieder energiſchen Widerſtand. Hans von Hohenſtein, einer der Getreuſten Herzog Wilhelms, wurde gefangen.
1) Schmidt, Die Zerſtörung der Stadt Gera, S. 321. 2) Hartung Kammermeiſter, a. a. O., S. 1203.
3) Bis zum 6. Auguſt wußte der Kurfürſt von dem zweiten Sturme auf Gera und der Eroberung Burgaus noch nichts; erſt aus dem Lager von Pegau am 11. Auguſt berichtet er darüber, dem Herzog Albrecht von München, K. B. Reichsarchiv, Fasc. 25, Nr. 242. Am 12. Auguſt ſteht der Kurfürſt bei Kaina, wo er das Kreditiv Heinrichs von Gera an Herzog Albrecht von München ausſtellt. K. B. Reichsarchib, Fasc. 25, Nr. 242.
4) Stolle, a. a. O., S. 35.
5) Hartung Kammermeiſter, a. a. O., 1203. Schmidt, Die Zerſtörung der Stadt Gera, S. 322.
8) Stolle, a. a. O., S. 37, behauptet, Graf Ernſt und Ludwig von Gleichen hätten ſich zur Neutralität verpflichtet, nachdem der früher gefangene Graf Ludwig gegen Hans von Hohenſtein ausgetauſcht wäre. Gleich darauf gibt er aber an, daß Graf Ernſt von Gleichen Herzog Wilhelm von Naumburg aus angegriffen hätte.
7) Jovius, Chron. Schwartzburg., S. 521.
r ER A aa a
—
2—