Durch Kampf zum Frieden.
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brecht von München zum Angriffe auf die fränkiſchen Beſitzungen der Markgrafen zu veranlaſſen, um ſo wenigſtens Markgraf Albrecht zur ſchleunigen Heimkehr zu zwingen.
Als alle Bittbriefe und Mahnungen an das Bündnis fruchtlos blieben, ſandte der Kurfürſt zuerſt ſeinen Rat Hans Gefilder, ſpäter ſogar ſeinen Feldhauptmann Heinrich von Gera, den er jo nötig auf dem Kriegsſchauplatze hätte gebrauchen können,) nach München.
Aber Herzog Albrecht, der einſt in eigener Sache lieber Unrecht erlitten, als den Kampf gegen die Markgrafen gewagt hatte, hielt dem Kurfürſten ſo wenig die Treue, wie er ſie der Ingolſtädter Landſchaft oder den verbündeten Reichsſtädten gehalten hatte. Zur Vermittlung zwiſchen den feindlichen Brüdern freilich erbot er ſich gern; anſtatt die Markgrafen anzugreifen, forderte er ſie zum Anſchluſſe an ſeine Vermittlung auf.?) f
Nur die katholiſchen Herren Böhmens, die zwar offen für Kurfürſt Friedrich nicht mehr Partei ergreifen konnten, ſandten Söldner in ſein Lager.“);
Durch ſolchen Zuzug geſtärkt, ging der Kurfürſt jetzt ſeinerſeits zum Angriff über; vier Tage lagerte er ſich vor Weißenfels, und verbrannte die Umgegend; ſengend und plündernd zog er bei Freyburg vorbei über Mücheln gegen das Stift Merſeburg. Der Biſchof, früher ſein„oberſter heimlicher Rat“, ſollte den Abfall von ihm bitter büßen; nur durch ein großes Geldopfer rettete der Biſchof ſein Stift vor völliger Verwüſtung.
5) K. B. Reichsarch., Fasc. XXV, Nr. 242. Kreditiv. v. 12. Aug. 2) K. B. Reichsarch., Fasc. XXV. Nr. 242. Brief v. 25. Auguſt Im Auftrage der Herzöge Albrecht und Ludwig von Bayern ſollte der Biſchof von Freifing mit ihren Räten die Vermittlung übernehmen, zus, Anſchluß an die Vermittlung wurden außer den Markgrafen Albrecht und Friedrich der Erzbiſchof von Magdeburg und Landgraf Ludwig von Heſſen aufgefordert.
5) Stolle, a. a. O., S. 35.
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