Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
619
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Durch Kampf zum Frieden. 619

Böhmen auszuſöhnen,) doch an einen Frieden war nicht zu denken, da Kurfürſt Friedrich mit den Ketzern überhaupt nicht verhandeln wollte, ſolange ſie ihmauf dem Rücken lägen.) N i So zog Herzog Wilhelm über Kranichfeld,) Tannroda,) nordwärts ſeinen böhmiſchen Bündnern entgegen.

Einen unfreiwilligen Aufenthalt mußte er bei Weimar nehmen; da viele ſeiner Leute des ſtändigen Umherziehens müde, ihm wegliefen.) 5

Während auf dem kleinen Ettersberge ſich das Heer von neuem ſammelte,) beſuchte der Herzog und Albrecht häufig vom Lager aus die Stadt') und ließen es ſich dort nach den Strapazen des Krieges wieder wohl ergehen.;

Doch nur wenige Tage gönnten fie fich Erholung; am 27. September ſchon ſtanden ſie vor Nebra und gewannen das Städtchen im Sturme.) Von Nebra zogen die Fürſten nach Schulpforta. Hier ließ der Herzog Belagerungszeug, vor allem Weidenſchanzen herrichten.) da er plante, mit Hilfe der Böhmen Naumburg zu erobern.) 92 10 7

Podiebrad war ſengend und plündernd über Alt Dres­den, Döbeln, Mitweida, Choren, Frohburg, Altenburg nach

) Riedel, Cod. dipl. II, 4, S. 440.

) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 137143.

) Riedel, Cod. dipl. II, 4, S. 440.

) Stolle, a. a. O., 37.

5) Stolle, a. a. O., 36.,

©) Chronicon Vetero Cellensis a. a. O., S. 426.

) Hartung Kammermeiſter, a. a. O., S. 1204.

Bachmann, Font. rer. auſtr. II. 42, S. 75.

) Stolle, a. a. O., 37.

K 5 Bachmann, Font. rer. austr. II, 42, S. 76. Vgl. Hartung kammermeiſter a. a. O., S. 1206. Von ſeinem Feldlager bei Blanken­

12 aus hatte Herzog Wilhelm bereits mehrfach verſucht, die Hand­erker der Stadt Naumburg gegen den Rat der Stadt zu hetzen. Vgl. raun, Naumburger Annalen ed. Köſter, S. 46.