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Durch Kampf zum Frieden.
Borna gezogen.“) Kurfürſt Friedrich hatte ſich in Meißen gelagert,) ohne zu wagen, die Böhmen an der ee 1 ſeines Landes zu hindern.
Am 2. Oktober traf Podiebrad vor dem Städtchen Pegau ein. 195 tapfere Reuß von Plauen, der ſich als Haupt
mann Nürnbergs im Städtekriege ſchon ausgezeichnet hatte,
kommandierte in der Stadt;) unter der Beſatzung befanden ſich viele katholiſche Böhmen,“) die nach einer eee. Schonung zu erwarten hatten.
Mit Heldenmut wehrten ſich die Belagerten und ſchlugen den Sturm der Böhmen ab, es gelang Reuß von Plauen ſogar, einen Proviantzug, den Herzog Wilhelm den e geſandt hatte, abzufangen.“)
Am 4. Oktober trafen Herzog Wilhelm und Albrecht vor Pegau ein, mit den Böhmen zuſammen zogen ſie vor Gera.
Ein Chroniſt erzählt,“) daß höhniſche Briefe Heinrichs von Gera Herzog Wilhelm veranlaßt hätten, nicht wie beabſichtigt, gegen Naumburg zu ziehen, ſondern ein drittes Mal die Erſtürmung Geras zu wagen.
Bei dem erſtem Anlaufe glückte dieſes Mal der Sturm, der von drei Seiten unternommen wurde. Furchtbar hatte das Städtchen den Übermut ſeines Herren zu
2) Palacky, Geſch. b. Böhmen, IVa, S. 245. Jovius Chronic. Schwartzburg, S. 522.
2) Bachmann, Fontes rer. austr. II, 42, S. 77.
3) Bachmann, Fontes rer. austr. II, 42, S. 79.
) Stolle a. a. O., S. 38.
5) Bachmann, Font. rer. austr. II, 42, S. 79. Mehr als 10⁰ Gefangene wurden gemacht und 28 Wagen erbeutet.
®) Chronicon Vetero Cellensis a. a. O., S. 426. Vgl. Schmidt, Zerſtörung der Stadt Gera, S. 355, Beilage. Die kurfürſtlichen Räte führten als Begründung einer Entſchädigungsweigerung für die Zerſtörung der Stadt an:„Es ſei übel beſtellt und verhochmut worden. Schmidt ſelbſt hält die Erzählung für Anekdote.
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