Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
622
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622 Durch Kampf zum Frieden.

lich nicht allzu groß erſchien, der aber in ſeiner Folge dem ganzem Lande auf Jahrzehnte Friede und Ruhe ſchenkte. Vor dem Sturme auf Gera hatte ſich Herzog Wilhelm mit Apel Vitzthum ernſthaft entzweit; zornig war Vitzthum aus dem Lager fortgeritten.

Überall ließ er erzählen, er wolle ſich der Gnade teilhaftig machen, die die Kirche gerade damals während des goldenen Jahres jedem Rompilger gewährte: nirgends glaubte man dem hartgeſottenen Sünder, daß ſein Sinn nach Buße und Sühne ſtünde. Als es ſicher war, daß er ſeine Rolle bei Herzog Wilhelm ausgeſpielt hatte, ging es wie ein Aufatmen durch die ſächſiſchen Lande.

Freilich immer noch hatten die Räte des Kaiſers und des Erzbiſchofs von Mainz nicht geringe Mühe, die Parteien zu verſöhnen. Im Schnee und Froft?) ritten fie gar häufig von Zwickau, wo der Kurfürſt ſtand, nach dem Lager der ver­einigten Heere bei Crimmitſchau.|

Das Lager war gegen die Unbilden des Wetters nur ſchlecht geſchützt, die Leute des Herzogs und des Markgrafen wurden mürriſch und ungeduldig.

Auch das Los der Vermittler war keineswegs beneidens­wert; kamen ſie durchgefroren von dem ſtändigen Hin⸗ und Herreiten nach dem völlig ausgeplünderten Crimmitſchau, ſo fanden fie dort weder ordentliche Wohnung,) noch genügende Verpflegung.;

So begnügten fie ſich, einen Waffenſtillſtand bis zum 25. Mai 1451 zu vereinbaren und die endgültige Schlichtung

) Hartung Kammermeiſter, a. a. O., S. 1207. Stolle, a. a. Da S. 39, der angibt, daß auch Heinrich von Schwarzburg ſich Apel Vitz­thum angeſchloſſen habe. 5. .) Dresdener St.⸗A., S. 137143. Der Winter muß alſo 1450 ſehr früh und ſofort auffallend ſtreng eingeſetzt haben.

) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 137143.

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