694 Durch Kampf zum Frieden.
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dem auch die Markgrafen Friedrich und Albrecht, ſowie Landgraf Ludwig von Heſſen geladen werden ſollten.
Während des Tages hielt ſich der Kurfürſt und der Landgraf in Naumburg, Herzog Wilhelm und Markgraf Friedrich in Freiburg auf. Markgraf Albrecht ritt täglich zwiſchen Naumburg und Freiburg hin und her!) und gab ſich redlich Mühe, eine Ausſöhnung herbeizuführen.
Es zeugt von dem großen Selbſtvertrauen Albrechts, um nicht von ſeiner Unverfrorenheit zu ſagen, daß er überhaupt die Vermittlerrolle übernahm; mehr noch beweiſt es die Macht ſeiner Perſönlichkeit, daß der Kurfürſt ſich einen Vermittler gefallen ließ, der noch vor wenigen Monaten ſeine Städte geſtürmt, in ſeinem Lande geſengt und geplündert hatte.
Da nach der Abreiſe Apel Vitzthums niemand mehr ein dringendes Intereſſe an der Entzweiung der Brüder hatte, wäre bei dem guten Willen aller Beteiligten eine Einigung nicht allzu ſchwierig geweſen; nur die Frage, wer die Gefangenen auslöſen ſollte, die verpflichtet waren, ſich in Böhmen zu ſtellen, blieb ſtrittig.
Kurfürſt Friedrich wollte ſeine brandenburgiſchen Gefangenen ſo lange behalten, bis die Böhmen ſeine Leute freigelaſſen hätten. So ſchlecht wollte aber Herzog Wilhelm die Hilfe der Markgrafen nicht lohnen; er weigerte ſich, den Vorſchlag anzunehmen.
Er war im Beſitze einer Reihe gewonnener Schlöſſer und umgeben von ſicheren Verbündeten in einer weit beſſeren Lage als ſein Bruder; dieſe Erkenntnis veranlaßte den Kurfürſten wohl auch ſchließlich zur Nachgiebigkeit.
Nur die Befreiung der Edlen, die ſich in Prag zu ſtellen verpflichtet hatten, übernahm Herzog Wilhelm; im Falle die Böhmen für ihre Freilaſſung eine Auslöſungsſumme ver
) Stolle a, a. O., S. 39.