628 Durch Kampf zum Frieden.
In der Tat ließ das herausfordernde Benehmen der früheren Gegner für die Zukunft nichts Gutes erwarten, Mark graf Johann und der Biſchof von Bamberg errichteten in Baiersdorf und Hirſchaid neue Zollſtationen.“) Markgräfliche Amtleute verkauften und verpfändeten, ungeachtet des Widerſpruches der Nürnberger, Güter der eroberten Schlöſſer, über deren Beſitz erſt König Friedrich entſcheiden ſollte.
Eine Geſandtſchaft, die der Rat an Albrecht nach Sachſen abordnete, brachte nur ein Rechtsgebot des Markgrafen auf den Biſchof von Würzburg oder den Pfalzgrafen heim,) deſſen Annahme für Nürnberg wohl tatſächlich mit einem Verzichte auf die Entſcheidung des Königs gleichbedeutend geweſen wäre.
Das Rechtsgebot ließ Albrecht an die Kirchentüren in Nürnberg nageln, und es gab in der Stadt eine große Partei, die eine Annahme dieſes Rechtsgebotes wünſchte. Dieſer Partei warf man im Rate vor,„daß ſie ihren Handel mehr dann der Stadt Ehre und Nutzen betrachtete“.
Es wurde beſchloſſen, jede Verhandlung mit Albrecht abzubrechen und die Entſcheidung des Königs zu erwarten. Niemand in Nürnberg wünſchte einen neuen Krieg, aber die Mehrheit des Rates fürchtete ihn auch nicht. Die Antwort Albrechts
1) Nürnberger Kr⸗A., Briefbücher XXI, S. 26—27. Die Nürnberger ſahen ſich gezwungen, einen Gebotsbrief König Friedrichs an faſt alle Fürſten Süddeutſchlands zu erwirken, der dieſe anwies, Nürnberger Kaufleute in Zukunft in ihren Gebieten handeln und wandeln zu laſſen. Nürnberger Kr.⸗A., S. III, R. 6, 6/2, Nr. 30 und 32. oo 2. Oktober 1450. Gegen die beiden genannten N ſowie gegen die von Schwaben(v. Weech, Hiſt. Darſtell. uſw., S. 367) werden fich die Beſchwerden der Nürnberger gerichtet haben, von Venen Aeneas Si vius berichtet. Bayer. Hiſt. Frid. Imp. S. 194, zieht alſo wohl auch in dieſem Punkte zu Unxecht die Glaubwürdigkeit des Aeneas Silvius in Zweifel.
10 Nürnberger K, Briefbücher XXI, S. 102. Vgl. Brief bücher XXI, S. 2324.;
3) Nürnberger Kr.-A., Beſchreibung d. markgr. Krieges, S. 245,