Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
630
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630 Durch Kampf zum Frieden.

rate in die feſten Plätze zu ziehen. Die Hauptleute ſeiner Burgen und Schlöſſer wies er an, alles zu neuem Kriege vor­zubereiten.);

Albrecht glaubte um ſo mehr an einen Überfall der Nürnberger, als dieſe auf dem erſtem Rechtstage am königlchem Hofe eine ihnen günſtige Entſcheidung nicht hatten erlangen können.

König Friedrich hatte am 28. Auguſt beide Parteien zum 11. Januar an ſeinen Hof geladen. Feierlich hatte er verkün­det, daß er das Urteil ſprechen werde, ſelbſt wenn eine Partei nicht erſcheinen würde.)

Beide Parteien hatten auf den König in ihrem Sinne ſchon lange vor dem Verhandlungstage einzuwirken verſucht.

Albrecht hatte den König an ſeine treuen Dienſte er­innert und betonen laſſen, daß nur dastreffliche Getrauen, daß er ſtets zu ſeinem Herren gehabt habe, ihn veranlaßt hätte, hinter ihm mit aller ſeiner Sache zu Recht zu fliehen.) Nürnberg unterhielt eine ſtändige Geſandtſchaft am Hofe, die eifrig im Intereſſe der Stadt tätig war.

Von Gregor Heimburg hatte ſich der Rat ein Gutachten über die Führung des Prozeſſes ausarbeiten laſſen,) das in ſcharfſinniger Weiſe die Stellungnahme gegen jede mögliche Ausflucht des Gegners erwog.

Es wäregemein Recht, daß die Klage wegen Gewalt, Frevel und unrechtmäßiger Beſitznahme jeder anderen Klage vorgehen müßte. Daher ſollten die Vertreter Nürnbergs vor allem dahin wirken, daß die Stadt als Klägerin, Markgraf Albrecht als Beklagter und Widerkläger ihre Sache zu führen hätten. Sobald die Nürnberger einen dahingehenden Gerichts­

) Weimarer Geſamtarch., Wurthardts Urkdbuch, Nr. 6. ) Nürnberger Kr.⸗A., Fol. 38.

2) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog, 1904, Pr. 171. )

Franklin, Albrecht Achilles und die Nürnberger, Bei­lage 17.)

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