Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
637
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Durch Kampf zum Frieden. 637

hat er ſeinen Auftraggeber vor dem Papſte gerühmt, als Einer der Erſten die Neutralität aufgegeben und ſich unterworfen zu haben.;|

Die Weſensart Heimburgs iſt überhaupt durchaus un­wahrhaftig.Er war zweiſchellig in den Reden undbleibt nit ſtät auf einer Rede, ſo klagt der trieriſche Geſandte dem Erzbiſchof.)|

Wohl behauptete Heimburg, daß ſich ſeine Worte nie­mals von derEinfalt der Natur ſchieden; in der Tat aber ſchmückte er ſich gern mit fremden Federn; mit Vorliebe zitierte er alte Schriftſteller, deren Bücher er nie geſehen hatte; die be­treffenden Zitate hatte er irgendwo aufgeleſen.

Seine Geringſchätzung des trefflichen lateiniſchen Stiles ſeines Gegners Aeneas Silvius iſt gekünſtelt. Nur allzu gern läßt Heimburg durchblicken, daß ihm nur der Wunſch, nicht die Fähigkeit fehle, ein ebenſo feiner Humaniſt zu fein wie jener.) Selten hat ein Redner bitterer Weitſchweifigkeit und Phraſen­geklingel verhöhnt, als Heimburg; aber galt es die eigene Ge­lehrſamkeit zu zeigen, fo wich er mit ſelbſtgefälliger Breite fo lange von ſeinem eigentlichen Thema ab, wie es ihm beliebte.

1) Koblenzer St.⸗A., Kurtrier, Aktenarchiv, Perſonalien der Erz­biſchöfe, Nr. 5, Bl. 152.|

?) Höfler, Archiv f. Kunde öſterr. Geſch.⸗Quell. XII, S. 323, der als Erſter gegen die Überſchätzung Heimburgs auftritt, ſchreibt über ſeinen Stil:Heimburgs Sprache iſt holperig, kurz abgeriſſen, der Ausoruck dunkel und oft ſchwer zu verſtehen; die Schreibart ungleich und der wahre Spiegel ſeines von Stürmen der Leidenſchaft, der Vor­liebe, wie des Haſſes aufgeregten Gemütes. Aeneas Silvius über­treibt in ſeinem Briefe an Heimburg(Voigt, Archiv f. Kunde öſt. Ge­ſchichtsguell. XVI. S. 394) in gewohnter Weiſe das Lob feiner huma­niſtiſchen Kenntniſſe. Der Wunſch, mit Heimburg in nähere Beziehungen zu treten, und die Freude, im Barbarenlande einen Mann gefunden zu haben, der ſich für humaniſtiſche Studien intereſſierte, erklärt die Übertreibung hinreichend. Weſentlich höher als Höfler ſchätzt Her­mann, a. a. O., S. 8, denbei aller Individualität eleganten Stil Heimburgs.