Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
639
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Durch Kampf zum Frieden. 639

Für dieſen Zug ſeines Weſens iſt ſeine Aufführung in Rom beſonders bezeichnend.

Als Haupt der kurfürſtlichen Geſandtſchaft ſollte dort Heimburg vom Papſt Eugen die Abſtellung der Beſchwerden deutſcher Nation, die Anerkennung der Konzilienautorität, die Zurücknahme der Abſetzungsbulle gegen zwei Erzbiſchöfe for­dern. Durch eine ſtolze und wirkungsvolle Rede hatte Heim­burg den Papſt zu ſchroffer Antwort reizen wollen, die die deutſchen Fürſten, wie Heimburg wünſchte, in das Lager des Konziles getrieben hätte.

Doch der Papſt antwortete ihm mit ruhiger Überlegen­heit. Faſt 14 Tage mußten die kurfürſtlichen Geſandten nach dieſer Audienz auf eine endgültige Abfertigung warten.

In den Abendſtunden ſuchte Heimburg auf dem Monte Giordano Erholung. Mit entblößter Bruſt, die Armeln bis zu den Achſeln aufgeſtülpt, barhäuptig, mit herabhängenden Stiefelſchäften, ſchwitzend und des edlen Weines voll, ſo ſchlen­derte er dort umher; ſo draſtiſch meinte er den Welſchen ſeine ganze Verachtung zeigen zu müſſen. Wer in ſeine Nähe kam, hörte ihn auf den Papſt und die Kurie, auf die ganze Stadt, deren Gaſt er war oder auf die abſcheuliche Hitze ſchimpfen.) Den Gaſſenbuben, die gewohnt waren, in ihrer Stadt aus allen Ländern edle und wohlerzogene Geſandte erſcheinen zu ſehen, war wohl dieſer Vertreter der deutſchen Fürſten ein Spott.)

1) Solches rohes Benehmen beſtimmte das Urteil der Italiener, nicht der mehr oder weniger geſchmückte Stil ſeiner Reden, dagegen meint Voigt, Die Wiederbelebung des klaſſiſchen Altertums, II, S. 286: Seine kräftige Originalnatur ſonderte das Ungeſunde von ſich aus. Das iſt es, was den Italienern als Unbeholfenheit erſchien, während es gerade die Naturwahrheit, die Richtigkeit des Herzens war.

) Dieſes unflätige Benehmen wurde bald in der jungen Hu­maniſtengemeinde Mode. Vgl. Wattenbach, Peter Luder, Zeitſchr. f. d. Geſch. d. Oberrheins, XII, S. 56 ff. Joachimſohn, Hermann Schedels Briefwechſel, Nr. 37..