Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
642
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642 Durch Kampf zum Frieden.

Die Güter Heimburgs in Nürnberg, in Bayern, in der Burggrafſchaft, ja ſelbſt im Stifte Würzburg, die der Papſt einzuziehen befohlen hatte,) blieben unangetaſtet. Es war die große Zeit Heimburgs.

In der Leidenſchaft des Kampfes, in dem Haſſe gegen den Gegner, deſſen Laufbahn ſo viel erfolgreicher geweſen war, als die feine, hatte Heimburg ſeinen ſonſt Jo ausgeprägten Er­werbsſinn faſt völlig vergeſſen.

Gerade aber darauf gründete ſich der Erfolg feiner Schrif­ten. Jeder fühlte, daß hier nicht ein bezahlter Juriſt um Loh­nes willen das Haupt der Chriſtenheit beſchimpfte, ſondern daß ein ganzer Mann mit echter Leidenſchaft und wirklicher Über­zeugung um ſein Recht kämpfte.

Als aber Herzog Siegmund ſich mit dem Papſte auszu­ſöhnen begann, ſuchte Heimburg den neu gewonnenen Ruhm in klingende Münze umzuſetzen.

Auch in dem Kampfe König Georgs von Böhmen gegen Rom übernahm er die Leitung. Wie hoch Heimburg damals ſich und ſeine Dienſte ſchätzte, beweiſt,) daß er den König wenige Wochen, nachdem dieſer ihm das Schloß und Gut Chwatieruby geſchenkt hatte,) als einen Geizhals verſchrie.

Im Reiche aber ſchlug die Stimmung bald um. Gegen das Eingreifen des Papſtes in weltliche Händel fanden ſelbſt deutſche Geiſtliche den Widerſtand berechtigt, aber niemand im Reiche wollte das Schisma.

Es war ein Anderes, wenn Heimburg die landesherr­lichen Rechte eines katholiſchen Fürſten verteidigte, den nur des

1) Egger, Geſch. Tirols, I, S. 577. 2) Auch den Satz in ſeiner Apellation bei Goldaſt⸗Monarch

ia G.

Romana Imperii Tom I, 1593 u. 1594 nach demer nie ſo vie

ſeſſen hätte, als ihm gebührt hätte, iſt in dieſem Sinne gemeint und

zu verſtehen. ) x, Der deutſche Kardinal N. v, Cuſa, Bd. I. Beilage X.