Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
647
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Durch Kampf zum Frieden, 647

jenen heiligſten Stuhl, den wahrſten Nachfolger Petri und den Stellvertreter Chriſti nicht verachten; er iſt einmal unſer Haupt und darf nicht abgetrennt werden.)

Der junge Menſch, der ſich ſelbſt ſein Bier und ſein Abend­eſſen aus dem Gaſthauſe über die Straße holte, war freilich wirtſchaftlich viel zu abhängig, auch allzu ſehr an dem Fort­beſtande des Konziles intereſſiert, als daß er überhaupt ſelbſt­ſtändige, den jeweiligen Häuptlingen des Konziles unbequeme Meinungen hätte vertreten können.

Je mehr die wirklich bedeutenden Männer dem Konzile den Rücken kehrten, je ſeltener dort nicht nur die Träger der Mitren und der roten Hüte, ſondern ſelbſt Intelligenzen wur­den, um ſo mehr mußte in Baſel das Anſehen des Aeneas ſteigen.; Er wurde einer der eifrigſten Verfechter der Konzils­idee und zum Lohne für ſeine Tätigkeit ſogar Sekretär des Gegenpapſtes Felix.

Die anſcheinend gar nicht ungünſtigen Ausſichten dieſer Stellung hielten ihn nicht in Baſel, als er früher wie die meiſten die Sache des Konziles verloren ſah.)

Ein glücklicher Zufall führte ihn, wenn auch als ſchlecht beſoldeten Schreiber an den Hof des neutralen Königs Friedrich.

1) Die Geſinnung, der Aeneas Silvius ſpäter als Geiſtlicher Aus­druck gab, war alſo nicht gar ſo neu, wie Düx, Der deutſche Kardinal N. v. Cuſa, I, S. 176 meint. Urſprünglich hatte Aeneas faſt die gleichen lohalen Grundſätze über die Primatialgewalt, wie fie Cuſa damals hatte.

2) Obgleich Weiß, Aeneas Silvius uſw. S. 15 mit Recht gegen Voigt, Enea Silvio I, S. 270 hervorhebt, daß dem Baſeler Konzile als Aeneas Baſel verließ,die Sonne der Gunſt der Franzoſen und Deutſchen noch leuchtete, und daß der Sekretär des Gegenpapſtesbei einer Einigung zwiſchen Papſt und Konzil beſſere Ausſichten hatte, als ein Sekretär des römiſchen Königs, ſo iſt doch anzunehmen, daß Aeneas, der die verwilderten Verhältniſſe auf dem Konzile genau kannte, mit einer völligen Niederlage des Konziles gerechnet hat.