Durch Kampf zum Frieden. 657
Papſt an die großen Verdienſte zu erinnern, die ſich ſein Bruder Albrecht bei der Beſeitigung des Schismas erworben hatte. Gegen den Markgrafen hatte Leubing in Rom einen ſchweren Stand. Auch am königlichen Hofe war der vollſtändige Sieg der Ritterpartei, der Ungnad, Neitperg, Stahremberg, Zebinger über die Juriſtenpartei, mit der vor allem Heimburg manche Beziehungen hatte, für die Nürnberger wenig günſtig.
In der Tat war der Beginn der Verhandlungen für ſie nicht vertrauenerweckend. Kaum hatten Gregor Heimburg, Martin Mair, Nikolaus Muffel und Georg Derrer ihre Vollmacht“) vorgelegt und ſich dem Gerichte vorgeſtellt, da verſchob König Friedrich die Verhandlung bis 19. Januar. Des ſchlechten Wetters halber, gab er an, hätten ſich vielleicht einige Fürſten, die er zum Tage geladen hätte, verſpätet, er wolle ſie erwarten.?) Gütliche Verhandlungen, die der König zwiſchen den Parteien in dieſen Tagen einzuleiten verſuchte, lehnten die Nürnberger ab; ſie verlangten einen Rechtsſpruch.
Am 21. Januar eröffnete der König den Rechtstag.
An ſeiner Seite ſaßen die Biſchöfe von Freiſingen, Regensburg und Gurk, ein Herzog von Schleſien, Graf Bernhard von Schaumburg, Hans von Neitperg, Rüdinger und Ulrich von Stahremberg, Licentiat Ulrich Riederer, neun adelige Räte und vier Wiener Doktoren, die Räte des Pfalzgrafen, Herzog Ludwigs von Bayern und des Erzbiſchofs von Salzburg.
Obgleich die Beiſitzer in der Theorie nur beratende Stimmen hatten, war für die Entſcheidung ihre Gunſt oder Feind— ſchaft von größter Wichtigkeit.
Die Städteboten nahmen an, daß die Biſchöfe von Freiſingen und Regensburg die Räte Herzog Ludwigs von Bayern
1) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XXI, S. 182—183.
2) Die Schilderung des Tages nach Nürnberger Kr.⸗A., Beſchreibung des markgräflichen Krieges, S. 236— 240.
Markgraf Albrecht Achilles I