684 Durch Kampf zum Frieden.
Heimburg aber war zu leidenſchaftlich, um in der Hitze des Kampfes eingedenk zu bleiben, daß die Sache, die er vertrat, nicht die eigene, ſondern die ihm Fremder war.
Nicht ſo ſehr der Wunſch zu rühren oder gekränkter Ehrgeiz preßten ihm die Tränen aus dem Auge; er weinte aus dem Gefühle der Ohnmacht, das auch den Starken überfällt, der gegen Unempfindlichkeit, Mutloſigkeit und Gleichgültigkeit lange vergeblich angekämpft hat.
Alle die den ſtattlichen Mann, der als ſtolz und ſelbſtbewußt bekannt war, weinen ſahen, mochten wohl empfinden, daß auf ſeiner Seite die Gerechtigkeit, auf der Seite ſeines Gegners höchſtens das formale Recht war.
König Friedrich lud Dr. Knorr zu einer Audienz und erklärte ihm entſchieden, daß er zum letzten Male die Verhandlung vertagen würde; er ſprach den dringenden Wunſch aus, daß zum nächſten Gerichtstage der Markgraf perſönlich erſcheinen würde.“)
Am 28. Juli verkündete er dann die Verſchiebung der Entſcheidung bis zum 15. November; er erklärte in der Zwiſchenzeit noch einmal eine gütliche Vermittlung zwiſchen den Parteien verſuchen zu wollen.
Mit zierlichen Worten bedankte ſich Dr. Knorr beim König; er unterließ es aber nicht, hinzuzuſetzen, daß ſolcher Dank nicht als eine Anerkennung des Gerichtes gedeutet werden dürfte. Schweigend verließen die Städteboten den Verhandlungsſaal.
Ihre Haltung machte dem König, der niemanden wehe tun wollte, das Herz ſchwer.
Er ließ die Städteboten zurückrufen und ihnen in geheimer Audienz durch Ulrich Riederer eröffnen, daß ihn ihre Sache ernſthaft bekümmere.
1) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Prod. 158.